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81

Donnerstag, 6. Juli 2017, 12:36

Soweit mir bekannt, ist Märklin, neben technischen Problemen mit den Analogfahrern, vorallem aus Kostengründen von den Sinus Motoren abgekommen. Teuer war neben der Produktion auch die benötigte Sensorik wie Hallsensoren, usw., welche zur Steuerung des Magnetfeldes unabdingbar sind.
Konventionelle, eingekaufte DC Motoren sind zu Spottpreisen erhältlich. Die Einkaufskosten für einen Märklin Antriebsmotor, wie in der neu motorisierten Re 460 eingebaut, dürften im tiefen einstelligen Frankenbereich zu liegen kommen.

Grundsätzlich sind auch DC Motoren elektronisch kommutierbar. In der Modellbahn lohnt sich deren Einsatz allerdings kaum, da bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen die Laufleistungen so gering sind, dass der Bürstenverschleiss nie zum Thema wird. Bei HAG und auch Roco sind die Kohlebürsten austauschbar. Wie viele von euch mussten bereits einen solchen Wechsel aus Verschleissgründen vornehmen?
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Rüdiger

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Beiträge: 1 765

Wohnort: bei Aschaffenburg

Beruf: Bahnbetriebsfachwirt

82

Freitag, 7. Juli 2017, 08:41

Zu diesem Thema hier auch mal mein Senf:
Wie bekannt, fahre ich mit langen Zügen bis 4 m auf langen Rampen bei 27 Promille und Radien bis runter auf 56 cm. Grösstenteils arbeiten zwei Loks vorm Zug. eingesetzt werden hauptsächlich HAG-Typ88-Motoren und Märklins fünfpoliger Standard-Trommelkollektormotor. Einige Ausreisser hat es in Form von Rocos CAN-Fünfpolern und weiteren, die aber nicht die andauernd schweren Dienste übernehmen. Vor allem der HAG-Typ 88-Motor zeigt keine bis ganz wenig Verschleisserscheinungen, trotz teilweise stundenlangen Betriebs werden selbst bei Doppeltraktionen (beide Loks mit geregeltem Decoder, so dass die Loks teilweise gegeneinander arbeiten) keine kritischen Wärmeentwicklungen erreicht. Auch die Graphitbürsten der HAG-88-Motoren haben sich als recht langlebig erwiesen.
Bei Märklins 5-Pol DCM habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese sich etwas schneller erwärmen als der mechanisch robustere HAG-Motor. Zudem ist der Bürstenverschleiss hier höher. Das liegt teilweise an den Fertigungstoleranzen. Wenn man mit einer winzigen Schlüsselfeile die Kanten der Kollektorbleche etwas bricht, das schaben diese die Bürsten nicht mehr so sehr ab. Damit werden Graphitzusetzungen (und damit Kollektorkurzschlüsse) vermieden und der Bürstenverbrauch reduziert.
Rocos Fünfpoler arbeiten meiner Erfahrung nach ebenfalls recht verschleissarm, wenn die Schnecken immer mit einem guten Fett (kein Öl) geschmiert sind.

Der einzige Vorteil des DSM scheint mir das fehlende Rastmoment zu sein, welches bei entsprechenden Getrieben ein Mitschleppen von Loks erlauben würde .Was für einen Sinn sich daraus ergibt, ist mir noch schleierhaft. Dazu kommen die recht hohen Kosten des Motors und der zusätzlichen Treiberplatine. Hat der DSM tatsächlich ein so viel höheres Drehmoment? Irgendwann müssten dann aber die Modellbahnloks noch weit schwerer sein, um dies überhaupt nutzen zu können....
Für mich daher eine nette technische Spielerei, mehr nicht.
Gediegen reisen: www.extrazug.ch
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Unholz

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Beiträge: 11 941

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83

Mittwoch, 2. August 2017, 15:21

Offenbar tut sich was bei der Auslieferung neuer DsM - hier im Marklin Users Forum berichtet jedenfalls ein User aktuell von der Nach-/Umrüstung einer Märklin-E 94 mit Sinus-Motor mit dem Treiber von Herrn Iten:
https://www.marklin-users.net/forum/post…DsM2#post550165
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11652

Forumist

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Geburtstag: 19. Januar 1972 (45)

Wohnort: Dorneckberg

Beruf: Energietechniker

84

Mittwoch, 2. August 2017, 20:54

Gruss Christian
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85

Donnerstag, 3. August 2017, 09:20

Moin,
da das Interesse an Rail4You und dem DsM im HAG-Forum logischer Weise auch nicht gerade klein ist, melde ich mich hier mal direkt und werde auch hier über meinen Umbau berichten.

Mein erstes Exemplar des DsM 2.0 Treibers ist eingetroffen!

Hier vor dem Einbaukandidaten, einer Märklin E94 mit C-Sinus-Motor (Artikelnummer 39221):







Hier im Bild sieht man oben die Soundplatine, links davon der 8 Ohm/0.1W Lautsprecher:



Darunter die Decoder-Treiberplatine, das Flexkabel habe ich schon mal an den DsM 2.0 Treiber gesteckt - zur Probe:



Demnächst geht es weiter, es wird eine Märklin mtc21-Platine eingebaut, um unterschiedliche Decoder testen zu können. Außerdem kommt ein Dumbo-Lautsprecher rein, Platz genug dürfte sein. Geplant ist dann ein D&H SD21A-4 Sounddecoder mit dem DRG E94 Soundprojekt von Leo SoundLab.

Gruß,
Moritz
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86

Donnerstag, 3. August 2017, 15:39

Inzwischen habe ich mir schon ein mal Gedanken gemacht, ob sich der Treiber separat puffern lässt, um kleine Spannungsunterbrechungen zu überbrücken. Dazu muss man wissen, dass der DsM 2.0 Treiber die Versorgungsspannung nicht vom Lokdecoder bezieht sondern direkt von der Gleisspannung. Der Treiber kann also nicht von einer Decoder-Pufferung profitieren, andererseits kann man den Treiber autark vom Decoder puffern.

Auf einer Seite der Platine sieht man unten links, rechts neben den zwei Gleichrichterdioden, einen großen Tantankondensator. Dieser puffert die gleichgerichtete Gleisspannung:





Um den Treiber zu puffern, sofern der Tantal-Kondensator nicht ausreicht, könnte man also (auf eigenes Risiko) am Tantal-Kondensator die gleichgerichtete Versorgungsspannung abgreifen und einen weiteren Elko anschließen. Ich werde erste Versuche ohne die Zusatzpufferung machen und nur den Sounddecoder puffern. Danach teste ich dann die Pufferung des Treibers.

Was evtl. auch noch interessant wäre, das ist die Fr<ge, ob man den Treiber nicht auch einfach an Decoder-Plus und Decoder-GND anschließen kann. Dann würde der Treiber von einer gemeinsamen Decoderpufferung profitieren, andererseits müsste man die Strombelastung des Decoders im Auge behalten.

Gruß,
Moritz
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87

Freitag, 18. August 2017, 15:18

Meine E94 habe ich nun soweit umgebaut, dass ich schon testen kann. Ich bin noch nicht ganz sicher, wie ich die mtc21-Platine, Decoder und Treiber anordne.



Nun zum DsM 2.0:
Ein erster Versuch mit einem Esu LokPilot Basic war schrecklich. Trotz abgeschalteter Lastregelung drehte der Motor kurz vor Fahrstufe 0 noch mal kurz auf Vollgas! Völlig unbrauchbar, aber der LokPilot Basic scheint mir sowieso eine Fehlkonstruktion zu sein.

Im zweiten Versuch habe ich dann einen Märklin mSD Decoder verwendet. Lastregelung bzw. Motortyp auf C-Sinus gestellt und der Motor verhält sich mustergültig. Die ABV muss recht hoch eingestellt werden, aber das ist typisch für den mSD. Beschleunigung, Drehzahländerung und Abbremsen hört sich absolut gleichmäßig an. Bei FS1 läuft der Motor auf dem Rollenprüfstand an.

Demnächst also mehr, wenn ich intensiver getestet habe.
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