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Lidokork

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Beiträge: 958

Wohnort: Liestal

1

Mittwoch, 25. Juli 2012, 19:27

Märklin SDS-Krokodile - Ersatz des Motors durch einen "Fauli"

Hallo zusammen

wie hier bereits erwähnt, habe ich in der Bucht ein Märklin-SDS-Krokodil mit defektem Antrieb ersteigert. Nun funktioniert die Lok wieder mit einem Faulhaber-Motor. Der Motortausch alleine wäre eigentlich keine grosse Sache. Da mir das Fahrverhalten mit einer (kleinen) Schwungmasse aber deutlich besser gefällt, hatte ich mehrere Schwungmassen getestet, bis eine dann auch in 36er-Kurven nicht mehr das Dach streifte.
Eingebaut habe ich einen Faulhaber 1717-Motor in der 12-Volt-Ausführung. Im Internet fand ich ein Angebot des Motors mit beidseitigen Antriebswellen, so dass auch eine Schwungmasse montiert werden kann.

Umbau
Zum Ausbau des SDS-Motors habe ich die Antriebsachse mit dem Antriebsritzel sowie das Doppelritzel ausgebaut. So können die beiden Schrauben, welche den Motor halten, gelöst und der Motor nach oben abgezogen werden. Falls der neue Motor geklebt wird und der SDS auch so ausgebaut werden kann, müssen Antriebsachse und Doppelritzel nicht ausgebaut werden.


Nun kann die Schnecke mit einem Rad-Abzieher vom SDS-Motor gelöst und auf den Faulhaber-Motor gepresst werden (beim Fauli vorher die Motorwellen kürzen). Hier auf identische Abstände ab Deckplatte der Motoren achten (beim SDS-Motor zuerst messen, bevor man die Schnecke abzieht). Beim Aufpressen nur (Gegen-)Druck auf die Motorwelle und nicht etwa auf das Gehäuse geben.


Der Faulhaber ist etwas grösser als der SDS-Motor: Fauli = 17 mm Durchmesser + 17 mm Länge, SDS = 15 mm Durchmesser + 15,5 mm Länge.


Für eine Schwungmasse bleibt deshalb nur noch wenig Platz übrig. Ich habe mir eine Schwungmasse von 17 mm Durchmesser und 2 mm Dicke anfertigen lassen. Diese ist "betriebstauglich", sofern in 36er-Kurven nicht zusätzlich noch grosse Knicke in den Schienen sind (siehe Bild am Schluss).


Trotz der "mickrigen" Schwungmasse hat diese einen grossen Einfluss auf das Fahrverhalten. Ohne steht die Lok bei einem Stromunterunterbruch sofort still, mit gibt es einen überraschend grossen Auslauf (deutlich grösser als bei einem SDS-Kroko) und ein gutmütiges Fahrverhalten auch im Analogbetrieb.
Nachteil ist, dass der Motor auf der Bürsten- und Anschlussseite kein richtiges Lager hat. Die Welle geht nur durch eine Öffnung im Kunststoff, geführt wird der gesamte Rotor mit (durchgehender) Motorwelle vom Lager auf der gegenüberliegenden Seite, wo die Schnecke sitzt.

Mit montierter Schnecke und Schwungmasse kann der Motor an seinen Platz geklebt werden. Das "Einfädeln" der Schnecke ins Getriebe geht auch bei montierten Achsen problemlos. Ggf. zuerst ohne Leim "trocken" einfädeln und den Kraftschluss mit den Antriebsachsen prüfen (dürfen sich nicht mehr drehen lassen wie ohne Motor, sondern nur noch das Getriebespiel haben).

Die Lok kann mit dieser Schwungmasse auch den 36er-Radius befahren, allerdings sollte gleichzeitig nicht noch ein stark geknickter Übergang von einer Steigung in einen flachen Bereich sein. Auf dem improvisierten Foto ist die "Knickgrenze" der Schiene ersichtlich. Bei einem stärkeren "Buckel" berührt die Schwungmase das Dach und wird dadurch gebremst (ist glaub ich aber beim SDS-Kroko ähnlich).


Elektrischer Anschluss
Mit einem Fauli wird die Treiberplatine nicht mehr benötigt. Deshalb werden die Motoranschlüsse der 21-poligen Schnittstelle getrennt und direkt mit dem Motor verkabelt. Ich habe die beiden Füsschen von der Platine abgelötet und gleichzeitig nach oben gebogen. Nun können hier das orange + graue (bzw. blaue + grüne) Kabel angelötet und an die Motoranschlüsse geführt werden.


Damit ist der Motorumbau fertig. Falls der Decoder nicht gewechselt wird, muss noch die Lastregelung wieder eingeschaltet und die Motor- und Geschwindigkeits-CV's auf den neuen Motor abgestimmt werden.

Die Lok hat nun ihren "Stammplatz" in der Vitrine gefunden. Gekauft habe ich das verschneite Krokodil, weil ich einen Schneeschleuder-Zug zusammenstellen wollte. Beim Betrachten der Bemo-Schleuder bin ich mir nun nicht mehr so sicher, ob ich wirklich noch eine C 5/6 und den Rotary verschneien lassen will. Es dürfte vorallem beim grossen Schaufelrad nicht einfach sein, dass es schön verschneit aussieht und gleichzeitig betriebsfähig bleibt.


Viele Grüsse
Peter
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kschoch

Forumist

Beiträge: 69

Wohnort: Schänis

Beruf: Elektromechaniker,Im Ruhestand

2

Donnerstag, 26. Juli 2012, 07:13

Hallo Peter,

Eine feine Sache sind deine Antriebs-Umbauten an Loks. Nur eine Anmerkung: Die Rotoren der Faulhaber-Motoren sind auf jeden Fall in zwei Lager geführt. Mit nur einem Lager würde der Motor nicht vernünftig funktionieren.



Freundliche Grüsse

Kurt
H0,Tams RedBox,OpenDCC,TrainController Gold
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Lidokork

Forumist

Beiträge: 958

Wohnort: Liestal

3

Donnerstag, 26. Juli 2012, 18:50

Hallo Kurt

es leider schon so, dass der 1717er mit beidseitigen Wellen nur auf der "Magnetseite" ein (Gleit-)Lager hat. Auf der Bürstenseite ist kein Lager vorhanden, auch nicht unter der Abdeckplatte, die man ja wegnehmen kann. Auf dieser Seite hat die Welle + Schwungmasse ein seitliches Spiel von ca. 0.6 - 0.7 mm. Hingegen hat dieser Motor im Magnet drin eine Kunststoffbuchse, die der Führung der Welle dient und auf der von Dir verlinkten Skizze nicht eingezeichnet ist. Möglicherweise dient diese aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse als Ersatzlager. Optimal - da bin ich mit Dir einverstanden - ist das aber nicht, allerdings wird der 1717er standardmässig nur mit einseitiger Welle verkauft.

Du kannst die Teile des 1717ers übrigens auf den Bildern in meinem ersten Beitrag sehen bzw. hier, auch bei diesem Motor hatte es kein 2. Lager.

Viele Grüsse
Peter
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Richard

Forumist

Beiträge: 1 101

Geburtstag: 14. Juni

Wohnort: Grössenwahnsinnige Nordostschweizer Provinz Metropole

Beruf: Dipl. Ing. HTL Stehkessel-Modelldampfmaschinenheizer Grossstadtneurotiker

4

Montag, 30. Juli 2012, 09:25

Auch der 1717 mit einseitiger Welle hat nur noch auf der Magnetseite ein Lager. (Ich habe gerade zwei Motoren geröngt.) Diese Konstruktion wurde wahrscheinlich aus Kostengründen eingeführt. Bei einseitigem Wellenansatz ist das auch durchaus noch nachvollziehbar. Hier wirkt die grösste Radialkraft, wenn Zahnräder o. ä. angetrieben werden. Auf der Kollektorseite gibt es praktisch keine Radialkraft, da ist ein dauergeschmiertes Kunstofflager also zu vertreten. Ob diese Konstruktion für Motoren mit beidseitigem Achsstummel das Nonplusultra ist, wage ich zu bezweifeln. Bis jetzt hatte ich allerdings noch keine Ausfälle wegen Lagerschäden, sondern es war immer der Kollektor durchschmort. Wegen zu hoher Dauerlast waren die feinen Bürsten durchgebrannt, oder die Isolaton des Kollektors geschmolzen.

Freundliche Grüsse
Richard
Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.
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