Donnerstag, 15. November 2018, 03:50 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

egos

Forumist

Beiträge: 2 274

Wohnort: Winterthur

Beruf: Rentner

1

Freitag, 3. Januar 2014, 13:42

Arbeitsweise, Maschinenpark und Kupplung mit Magnethalterung

Heute war die Hag-Lok-Schmiede in Stans in Betrieb. Soeben bin ich mit meiner Panda zurückgekehrt. Die Lok hat jetzt analog den 3/1-Lichtwechsel, wie es sein muss. Die Geschwindigkeit am Decoder ist auch so geändert, dass es Freude macht. Fünf Leute arbeiten heute im Betrieb, also neben Heinz Urech nochmals vier. Es ist ein spürbar angenehmes Betriebsklima unter den Leuten vorhanden. Der Betrieb wurde ebenfalls gezeigt. Es sind einige Anstrengungen unternommen worden um die übernommenen Maschinen wieder produktionsreif zu machen. Die Spritzmaschine erzeugt jedenfalls Re 4/4 II Gehäuse, bei denen kein spürbarer Übergang zwischen dem Grün und dem Grau der Schürze vorhanden ist. Wie in früheren Zeiten oder sogar besser. Die Tampon-Druckerei ist neu in einem Kunststoffmantel als Gehäuse eingepackt. Die Luft darin wird ionisiert, damit kein Staub auf die Druckflächen gerät. Die angepassten Maschinen mussten von den Amtsstellen geprüft und abgenommen werden. Die Umweltbelastungen entsprechen nun den Vorgaben und die Arbeitsplatzkonzentration an flüchtigen Lösungsmitteln wird mit einer noch nicht installierten Abluftanlage in Kürze ebenfalls den Bestimmungen gerecht. Wenn man diese baulichen Abänderungen und die entsprechenden Auflagen einmal berücksichtigt, ist wirklich eine beachtlicher Fortschritt erreicht worden. Auch wenn natürlich dem einzelnen Sammler die Auslieferung der neuen Modelle immer zu langsam geht. Es sind jedenfalls tausende von Drehgestell-Blenden am Lager, damit können die ausstehenden Re 4/4 II montiert werden. Im Januar folgt die zweite Loknummer der Lion, zwei Frauen bestücken gerade die Gehäuse. Die Hag-Reisen-Lok 2013 ist kurz vor der Endmontage, die Gehäuse und Fahrgestelle sind griffbereit. Die zweimotorigen Re 4/4 II kommen wahrscheinlich im ersten Halbjahr auf den Markt, die vielen von Old-Hag angekündigten Re 6/6 dagegen werden deutlich später ausgeliefert. Einen genauen Zeitpunkt kann Heinz Urech noch nicht nennen. Auf der Vorführanlage kreist ein Zug mit beleuchteten Dostos, sieht super aus. Auch bei Langsamfahrt nicht eine Spur von Flackern. Eine neue stromführende Kupplung mit Magnethalterung wird gerade erprobt. Wenn sie marktreif ist, kann sie im NEM-Schacht eingesteckt werden. Damit entfällt das komplizierte Kuppeln bei beleuchteten Zügen.
Zu guter Letzt gab es als Umtriebsentschädigung noch eine Original-Hag-Ersatzteil-Plastiktüte mit einem Re 460 Panto drin.
Alles in Allem eine gute Sache. Nur schade, dass Stans so weit von Winterthur weg ist.
Herzliche Grüsse
Oski
  • Zum Seitenanfang

11465

Forumist

Beiträge: 8 229

Geburtstag: 10. Dezember

2

Freitag, 3. Januar 2014, 14:36

Gell Oski,
Wenn man in Stans einmal mit eigenen Augen sieht und erfährt, was alles getan werden musste, bis man überhaupt an eine Weiterproduktion denken konnte, ist man gleich viel verständnisvoller für die Verzögerungen. Es wird dort investiert, was sicher nicht der Fall wäre, wenn man sich auf einem sinkenden Schiff wähnen würde.

Siehst Du, Erwin, da ist sie wieder, die Euphorie, wenn man Heinz sprechen hört und durch den Betrieb geführt wird.

Nichtsdestotrotz muss man in Stans neben dem guten Willen sich auch die nötige Kompetenz aneignen, wirklich 'gute' Modelle zu fertigen. Das kommt aber auch noch.
Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

In diesem Forum nicht mehr aktiv.
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 12 182

Geburtstag: 14. Januar 1962 (56)

Wohnort: Nähe Roundhouse

Beruf: Meister meines Fachgebietes

3

Freitag, 3. Januar 2014, 14:41

Die Umweltbelastungen entsprechen nun den Vorgaben und die Arbeitsplatzkonzentration an flüchtigen Lösungsmitteln wird mit einer noch nicht installierten Abluftanlage in Kürze ebenfalls den Bestimmungen gerecht. Wenn man diese baulichen Abänderungen und die entsprechenden Auflagen einmal berücksichtigt, ist wirklich eine beachtlicher Fortschritt erreicht worden.

Wenn über Jahrzehnte nichts investiert wird und heute die Arbeitsschutzvorschriften strenger sind, so ist das kein Fortschritt, sondern bloss die Erfüllung von minimal Anforderungen an einen zeitgemässen Arbeitsschutz.

P.S.

Auch im neuen Jahr bleibe ich stets kritisch und lasse mich nicht durch schöne Sprüche einlullen.
Gruss Erwin,

100. Mitglied G1MRA Schweiz.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cebu Pacific« (3. Januar 2014, 14:46)

  • Zum Seitenanfang

11465

Forumist

Beiträge: 8 229

Geburtstag: 10. Dezember

4

Freitag, 3. Januar 2014, 15:02

Wenn über Jahrzehnte nichts investiert wird und heute die Arbeitsschutzvorschriften strenger sind, so ist das kein Fortschritt, sondern bloss die Erfüllung von minimal Anforderungen an einen zeitgemässen Arbeitsschutz.
Natürlich richtig. Aber man kann getrost davon ausgehen, dass man in Mörschwil jahrelang auch in diesem Bereich gesündigt hat und nun alle unterlassenen Anpassungen und Wartungen auf einen Schlag nachgeholt werden müssen. Damit will ich nichts beschönigen, aber erklären, warum die Modellbahnproduktion nicht einfach nahtlos weitergeht.
Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

In diesem Forum nicht mehr aktiv.
  • Zum Seitenanfang

Empedokles

Forumist

Beiträge: 2 783

Geburtstag: 14. Oktober 1951 (67)

Wohnort: Zollernalb

Beruf: Arzt

5

Freitag, 3. Januar 2014, 15:13

Heute war die Hag-Lok-Schmiede in Stans in Betrieb.


Besten Dank für diesen detaillierten Lagebericht. An Verständnis für die anstehenden Neuerungen wird es mir nicht fehlen, geduldig bin ich sowieso.
Gut Ding will Weile. Der magnethaftigen stromführenden Kupplung sehe ich mit aufmerksamem Interesse entgegen.
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 12 182

Geburtstag: 14. Januar 1962 (56)

Wohnort: Nähe Roundhouse

Beruf: Meister meines Fachgebietes

6

Freitag, 3. Januar 2014, 15:29

Der magnethaftigen stromführenden Kupplung sehe ich mit aufmerksamem Interesse entgegen.

Ab sofort werden Wetten angenommen ab wie vielen Wagen es bei welchem Radius und Steigung zu einer Zugstrennung kommt. :D
Gruss Erwin,

100. Mitglied G1MRA Schweiz.
  • Zum Seitenanfang

Weiser

Forumist

Beiträge: 249

Wohnort: Aargau

7

Freitag, 3. Januar 2014, 16:59

Oski, danke für den Bericht. Das tönt ja wirklich nach einem vielversprechenden Neubeginn...
Die angepassten Maschinen mussten
... hier erwarte ich nun einen Aufschrei, war doch beim Untergang von Mörschwil die Rede von Maschinen aus den 80er, mit denen an
eine Produktion nicht mehr zu denken sei. (ich habe die Beiträge im Forum gerade nicht gefunden).
Konnte es damals schon nicht recht glauben..

Wenn jetzt noch Preis/Leistung stimmt, kommt es gut! 8)

Chris
  • Zum Seitenanfang

Bourret

Forumist

Beiträge: 1 900

Wohnort: CH

8

Freitag, 3. Januar 2014, 17:34

Die Aussage ist nun nicht ganz korrekt, dass behauptet wurde mit der Gerätschaft könne nicht produziert werden. Eine Diskussion von damals habe ich auf die Schnelle gefunden. Oder beziehst Du Dich auf andere Aussagen?
hagsche Grüsse
  • Zum Seitenanfang

egos

Forumist

Beiträge: 2 274

Wohnort: Winterthur

Beruf: Rentner

9

Freitag, 3. Januar 2014, 20:09

und lasse mich nicht durch schöne Sprüche einlullen

Lieber Erwin
Einlullen lassen soll und muss man sich nicht. Aber ebenso sind schnöde Sprüche fehl am Platz. Was kann die Hag GmbH in Stans dafür, dass die Hag AG in Mörschwil nicht mehr up to date war? Immerhin ist der neue Besitzer Gemeinderat (Exekutive) und kann es sich nicht leicht machen und die gängigen Vorschriften einfach missachten. Zudem sind durch den fast zweijährigen Stillstand einiger Maschinen auch deutliche Schäden entstanden. E. Alvarez sagte das klar und deutlich, diverse noch funktionstüchtig aussehende Maschinen sahen eben nur noch so aus.
ab wie vielen Wagen es bei welchem Radius und Steigung zu einer Zugstrennung kommt.

Immerhin ist der Prüfwagen ein Vierachser mit einem Zusatzgewicht von etwa 1500 Gramm. Geprüft wird eine Steigung von 3 Prozent. Wenn das klappt (bis jetzt tut es!) kann man sich auf diese Kupplung freuen.
Es gäbe noch mehr zu berichten: Ein Profi-Lötfachmann aus der Luftfahrtindustrie wird ab Januar (ab nächster Woche) die vorhandene Belegschaft zu einer professionellen Löttechnik führen. Damit sollten die abgefallenen Kabel irgendwann nicht mehr moniert werden können. Und falls es Frauen im Forum (hat es?) interessiert. Der Fachmann ist eine Frau mit über zwanzig Jahren Erfahrung.
Ich bin auch einer der ungeduldigen Sammler, trotzdem anerkenne ich den professionellen Einsatz, den man in Stans einfach spürt, ja spüren muss. Wenn man dann noch hört, welche Fachleute mit Spezialwissen aus dem Forum als Berater beigezogen werden, kann eigentlich nichts mehr schief gehen, es braucht nur noch etwas Zeit.
So nebenbei: Ich war wirklich froh, hatte ich meine Frau bei der Besichtigung dabei. So sah und hörte sie selbst von H. Urech, dass ich nichts dafür kann, wenn im nächsten Quartal etwas Geld zu meinem MoBa-Händler getragen werden muss. Ich glaube daran.
Herzliche Grüsse
Oski
  • Zum Seitenanfang

10

Freitag, 3. Januar 2014, 20:21

So sah und hörte sie selbst von H. Urech, dass ich nichts dafür kann, wenn im nächsten Quartal etwas Geld zu meinem MoBa-Händler getragen werden muss.

Aber ja doch, völlig unschuldig, der Herr! ^^ Sie hat zwar zugehört/gesehn, ob sie dem Herrn Urech aber geglaubt hat, steht auf einem anderen Blatt. Nur du glaubst daran, SIE nicht!

Ich würde wetten, nächste Woche wirst du zum Besuch eines Modehauses/mehrerer Modehäuser/Schuhladen/-läden gezwungen, wo dir haarfein erklärt wird, weswegen deine Frau in den nächsten Quartalen Geld hintragen wird, denn SO wie jetzt kann ihre Bekleidung keinesfalls bleiben. Sei vorsichtig Oski, sehr vorsichtig! :P

Und natürlich ... dein Konto ruhe in Frieden :D :D
Gruss
Peter

"Stay calm, have courage and wait for signs" (Walt Longmire)
  • Zum Seitenanfang

egos

Forumist

Beiträge: 2 274

Wohnort: Winterthur

Beruf: Rentner

11

Freitag, 3. Januar 2014, 20:26

Lieber Peter
danke für die Aufmunterung. Diese "Nebengleis-Planung" ist bereits angelaufen.
herzliche Grüsse
Oski
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 12 182

Geburtstag: 14. Januar 1962 (56)

Wohnort: Nähe Roundhouse

Beruf: Meister meines Fachgebietes

12

Freitag, 3. Januar 2014, 21:38

Oski,

Mit Verlaub, Maschinen und Mechanik sind nicht dein Metier aber sehr wohl meines, immerhin kann ich davon schon mehr als 30 Jahre leben. Also bist du viel einfacher einzulullen als ich. ;)
Zudem sind durch den fast zweijährigen Stillstand einiger Maschinen auch deutliche Schäden entstanden. E. Alvarez sagte das klar und deutlich, diverse noch funktionstüchtig aussehende Maschinen sahen eben nur noch so aus.
Genau dieser Herr Alvarez wollte komplett veraltete Maschinen nochmals aufarbeiten lassen. Jetzt ist er auf die Nase gefallen. Solche Museumsmaschinen gehören auf den Schrott oder in eine Bastlerwerkstatt. In einem Profibetrieb hat so etwas nichts zu suchen.

Immerhin ist der Prüfwagen ein Vierachser mit einem Zusatzgewicht von etwa 1500 Gramm. Geprüft wird eine Steigung von 3 Prozent. Wenn das klappt (bis jetzt tut es!) kann man sich auf diese Kupplung freuen.
Wer nicht so prüft wie es im richtigen Leben eingesetzt wird, der wird seine Überraschungen erleben. Ein Zug aus zehn Wagen verhält sich ganz anders als ein angehängtes Gewicht. Weichen- und Kurvenkombinationen ergeben viele Querkräfte. Ein Magnet lässt sich mit Scherung und Knickung viel leichter trennen als auf Zug.

Ein Profi-Lötfachmann aus der Luftfahrtindustrie wird ab Januar (ab nächster Woche) die vorhandene Belegschaft zu einer professionellen Löttechnik führen.
Immerhin, scheinbar hat es doch noch Klick gemacht und es werden endlich Profis ran gelassen. Gewurschtelt hat man weiss Gott lange genug. Lötkurse bieten zum Beispiel auch Distributoren wie Distrelec an, es war nie ein Problem solches Wissen zu vermitteln. Scheinbar hat man bisher mangelndes Wissen und Know how nicht erkannt.
Gruss Erwin,

100. Mitglied G1MRA Schweiz.
  • Zum Seitenanfang

13

Freitag, 3. Januar 2014, 23:18

Oski,

Mit Verlaub, Maschinen und Mechanik sind nicht dein Metier aber sehr wohl meines, immerhin kann ich davon schon mehr als 30 Jahre leben. Also bist du viel einfacher einzulullen als ich. ;)
Das du bereits mehr als 30 Jahre davon lebst ist schön, aber in deinem Post vermisse ich den Wirtschaftsteil. ( Betriebsblindheit :D )
Technik alleine ist nicht.

Genau dieser Herr Alvarez wollte komplett veraltete Maschinen nochmals aufarbeiten lassen. Jetzt ist er auf die Nase gefallen. Solche Museumsmaschinen gehören auf den Schrott oder in eine Bastlerwerkstatt. In einem Profibetrieb hat so etwas nichts zu suchen.
Sorry Erwin aber hier muss ich dir wieder sprechen. Wenn du genügen flüssige Mittel hast ist das kein Problem. HAG hat zurzeit vermutlich nicht das nötige Kleingeld um gleich den gesamten Maschinenpark neu zu kaufen. Hier muss halt in einem ersten Schritt die bestehenden Maschinen wieder etwas aufgearbeitet und angepasst werden. Dies kostet im Schnitt wesentlich weniger als gleich alles neu. Heinz Urech hat ja bereits mehrfach betont, man wolle die Fertigung verbessern aber dies benötige grössere Investitonen.
Wer nicht so prüft wie es im richtigen Leben eingesetzt wird, der wird seine Überraschungen erleben. Ein Zug aus zehn Wagen verhält sich ganz anders als ein angehängtes Gewicht. Weichen- und Kurvenkombinationen ergeben viele Querkräfte. Ein Magnet lässt sich mit Scherung und Knickung viel leichter trennen als auf Zug.
Abwarten und Tee trinken. So wie ich Heinz kennen gelernt habe, wird dies sicherlich auch mit anderen Prüfverfahren getestet. Zuerst musst du ja sicherstellen ob der Magnet das Gewicht überhaupt ziehen kann.
Zieht er das Gewicht kann in die nächste Stufe gewechselt werden.
Immerhin, scheinbar hat es doch noch Klick gemacht und es werden endlich Profis ran gelassen. Gewurschtelt hat man weiss Gott lange genug. Lötkurse bieten zum Beispiel auch Distributoren wie Distrelec an, es war nie ein Problem solches Wissen zu vermitteln. Scheinbar hat man bisher mangelndes Wissen und Know how nicht erkannt.
Was habe ich bereits in anderen Diskussionen geschrieben, Gut Ding will weile haben. Ich denke HAG ( jedenfalls Heinz ) war sich des mangelnden Know how bewusst, auch wenn du einen Kurs bei einem anderen Anbieter wählst.
Zuerst muss das ganze reorganisiert werden und Cash vorhanden sein.
Quo vadis HAG Forum ??
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 12 182

Geburtstag: 14. Januar 1962 (56)

Wohnort: Nähe Roundhouse

Beruf: Meister meines Fachgebietes

14

Freitag, 3. Januar 2014, 23:36

Wer sagt denn das HAG die Fertigung im eigenen Haus machen muss? Nur um ein paar Gehäuse zu bohren, ist eine eigene CNC Maschine absolut nicht zu rechtfertigen. Ich hätte die Fertigung an einen Lohnbetrieb mit entsprechenden Maschinenpark abgegeben. So braucht es keinen Mechaniker, keinen Platz und keine Investitionen.

Meine Devise ist ganz klar, jeder Fertigungsschritt der nur von einem Mitarbeiter beherrscht wird, ist grösstem Risikio ausgesetzt, dass das Know how plötzlich verloren geht. Beim Bedrucken ist dieser Fall bereits eingetreten. Alles was wichtig ist, müssen mindestens zwei bis drei Angestellte gleich gut beherrschen. Wer sich nicht daran hält, fällt regelmässig auf die Nase.
Gruss Erwin,

100. Mitglied G1MRA Schweiz.
  • Zum Seitenanfang

15

Samstag, 4. Januar 2014, 00:12

In der Tat, das ist so. Die mechanischen Arbeiten an HAG Gehäusen sind heute keine hochpräzisen Operationen mehr, sondern in der Industrie eine Standardarbeit. Ich hätte auch eine ganze Gussserie, sagen wir mal 10'000 Gehäuse Re 6/6 auf einmal, an eine Firma vergeben, die sowas auf einer Fertigungsstrasse sehr rationell herstellt. Bei 30 jährigen Maschinen geht primär das verloren, was in der Schweiz am teuersten ist, d.h. Zeit. Ein Vorgang der 1975 unter Umständen einen Mitarbeiter einen Monat beschäftigte, lässt sich heute in wenigen Tagen erledigen. Nur dank einem hohen Automatisierungsgrad ist die Schweiz bei Massenartikeln überhaupt noch konkurrenzfähig mit Fernost. Der Arbeitnehmer hat deswegen übrigens auch kaum Nachteile, respektive diverse Vorteile, die diese mindestens aufwiegen. Fachkräfte im mechanischen und elektrischen Bereich sind sehr gesucht, die notwendige Anzahl Leute würde sich unmöglich rekrutieren lassen, falls wir noch wie 1975 produzieren würden.
Zudem wird auch Risiko ausgelagert. Die Maschine steht nicht bei HAG und kostet sie nichts, HAG kann die Arbeiten durchaus dann aufgeben, wenn gerade mal nicht so viel läuft und daher auch bessere Konditionen aushandeln (die Gehäuse werden für längere Zeit ausreichen) und die externe Firma wird eine einwandfreie Qualität garantieren.
1000. Mitglied des HAG Forums
  • Zum Seitenanfang

Bourret

Forumist

Beiträge: 1 900

Wohnort: CH

16

Samstag, 4. Januar 2014, 08:11

Zudem wird auch Risiko ausgelagert. Die Maschine steht nicht bei HAG und kostet sie nichts,


Dafür geht aber Wertschöpfung verloren - das ist halt ein typischer "Make-or-Buy-Entscheid" und der lässt nicht einfach so vom Schiff aus fällen.
hagsche Grüsse
  • Zum Seitenanfang

ginne2

Forumist

Beiträge: 5 440

Wohnort: D

17

Samstag, 4. Januar 2014, 10:43

Dafür geht aber Wertschöpfung verloren

Wenn (eigene) Wertschöpfung aber zu Minuszahlen beim Geschäftserfolg führt, ist wenig gewonnen. Deshalb ist es eine wichtige unternehmersiche Entscheidung festzulegen, was man im eigenen Betrieb (zu welchen Kosten?) fertigt und was nach Aussen vergeben wird.
Viele Unternehmen sind schon ins Schlingern gekommen, weil sie den Ehrgeiz hatten Alles oder zumindest Vieles selber zu machen/herzustellen . . . ;)
MfG Günther
sUimeA

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ginne2« (4. Januar 2014, 10:53)

  • Zum Seitenanfang

Weiser

Forumist

Beiträge: 249

Wohnort: Aargau

18

Samstag, 4. Januar 2014, 12:16

Mein Hinweis zu den veralteten Maschinen war wohl ein Treffer - und nein Bourret, es war nicht der von Dir gemeinte (sanfte) Beitrag.

Bezüglich Fertigungstiefe war ich am Tag der offenen Tür bei Märklin wirklich überrascht. Die haben eine extrem tiefe Fertigungsspanne, vom Stanzen der Räder, deren Aufbereitung; sie schneiden sogar aus Metallstangen in hoher Präzision Gewinde. Bezüglich Galvanisierung von Kleinteilen seien sie führend in Deutschland und würden sogar für einen namhaften Pantographenhersteller die Kleinteile (z.T. wenige Millimeter) galvanisieren (weils sonst keiner könne) erklärt eine Mitarbeiter. Selbst Kupplungen werden in Göppingen gegossen und die Bügel geformt, zu sehen ist auch einen Maschine, die im Akkord Haftreifen auf die Räder aufzieht.
Ein Besuch des Tags der offenen Türe lohnt sich also auf jeden Fall - sollte man mal gesehen haben!

Bezüglich der Auslagerung = Reduktion der Fertigungstiefe ist es ggf. ökonomisch sinnvoll, Prozesse auszulagern, sofern der Prozess eben nicht gerade das Wesentliche des Produkts/der Leistung ausmacht (im Fachjargon "Kernkompetenz" genannt). Zukaufen oder Selbermachen ("Make or Buy") ist übrigens im Wirtschaftsleben eine der wesentlichen Fragestellungen (wobei in den letzten 10 Jahren die Auslagerung regelmässig bevorzugt wird (nennt sich in der Politik übrigens Privatisierung)).

Generell ist das mit dem Auslagern so eine Sache, es braucht im Betrieb nämlich Mitarbeitende, die entscheiden können, ob vom Zulieferanten gelieferte Teilprodukt den Qualitätsanforderungen in jeder Hinsicht entspricht. Da werden und wurden in der Vergangenheit massive Fehler gemacht - nicht nur im Modellbahn-Bereich - ich erwähne nur mal kurzlebige Weichenantriebe von Märklin wegen billigen Mikroschaltern, Zinkkorrosion bei Seetal-Krokodilen, etc. etc.

Aber zurück zu HAG: Worin besteht denn das Wesentliche an einer HAG-Lok? Sicherlich das Design (technisch + optisch) und die Fertigungsqualität. Also heisst es gerade in letzterem Bereich aufgepasst! Und wenn Herr Urech hier auf den bisherigen Maschinen erste Fertigungen vornimmt/vornehmen lässt, um mit seinen Mitarbeiter/innen hier die "richtige" Flughöhe zu proben und die kritischen Elemente zu erkennen (abgesehen vom finanziellen Aufwand), erscheint mir das durchaus sinnvoll - sowohl ökonomisch wie auch organisatorisch.

Chris

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Weiser« (4. Januar 2014, 12:33)

  • Zum Seitenanfang

19

Samstag, 4. Januar 2014, 12:27

Wer sagt denn das HAG die Fertigung im eigenen Haus machen muss? Nur um ein paar Gehäuse zu bohren, ist eine eigene CNC Maschine absolut nicht zu rechtfertigen. Ich hätte die Fertigung an einen Lohnbetrieb mit entsprechenden Maschinenpark abgegeben. So braucht es keinen Mechaniker, keinen Platz und keine Investitionen.

Meine Devise ist ganz klar, jeder Fertigungsschritt der nur von einem Mitarbeiter beherrscht wird, ist grösstem Risikio ausgesetzt, dass das Know how plötzlich verloren geht. Beim Bedrucken ist dieser Fall bereits eingetreten. Alles was wichtig ist, müssen mindestens zwei bis drei Angestellte gleich gut beherrschen. Wer sich nicht daran hält, fällt regelmässig auf die Nase.
Sehen wir das ganze doch realistisch. Eine Vergabe dieser Fertigung an einen Lohnbetrieb funktioniert im aktuellen HAG Stand nicht.
Ich arbeite auch mit Lohnbetrieben und muss sagen, für die Flexibilität welche HAG im Moment braucht wird es schwierig überhaupt jemanden zu einem guten Preis zu finden.
Die Flexibilität welche HAG im Moment benötigt kann in meinen Augen nur durch Eigenfertigung erbracht werden.

Das nur ein Mitarbeiter einen Fertigungsschritt beherrscht sehe ich wie du. Das ist das grösste Risiko welches du haben kannst. Das gilt es auf jeden Fall zu verhindern.
Der Druck ist ein gutes Beispiel.


In der Tat, das ist so. Die mechanischen Arbeiten an HAG Gehäusen sind heute keine hochpräzisen Operationen mehr, sondern in der Industrie eine Standardarbeit. Ich hätte auch eine ganze Gussserie, sagen wir mal 10'000 Gehäuse Re 6/6 auf einmal, an eine Firma vergeben, die sowas auf einer Fertigungsstrasse sehr rationell herstellt. Bei 30 jährigen Maschinen geht primär das verloren, was in der Schweiz am teuersten ist, d.h. Zeit. Ein Vorgang der 1975 unter Umständen einen Mitarbeiter einen Monat beschäftigte, lässt sich heute in wenigen Tagen erledigen. Nur dank einem hohen Automatisierungsgrad ist die Schweiz bei Massenartikeln überhaupt noch konkurrenzfähig mit Fernost. Der Arbeitnehmer hat deswegen übrigens auch kaum Nachteile, respektive diverse Vorteile, die diese mindestens aufwiegen. Fachkräfte im mechanischen und elektrischen Bereich sind sehr gesucht, die notwendige Anzahl Leute würde sich unmöglich rekrutieren lassen, falls wir noch wie 1975 produzieren würden.
Zudem wird auch Risiko ausgelagert. Die Maschine steht nicht bei HAG und kostet sie nichts, HAG kann die Arbeiten durchaus dann aufgeben, wenn gerade mal nicht so viel läuft und daher auch bessere Konditionen aushandeln (die Gehäuse werden für längere Zeit ausreichen) und die externe Firma wird eine einwandfreie Qualität garantieren.
Arbeiten an HAG Gehäusen sind auf jeden Fall hochpräzise Arbeiten. Wenn das Loch am falschen Platz oder etwas zu gross ist, halten die Teile nicht mehr so wie sie müssen. Ich würde hier nicht von unpräziser Arbeit sprechen. Hätte HAG die Möglichkeit gleich 10'000 Gehäuse auf einen Schlag zu fertigen wäre das sicherlich kein Problem. Aktuell beläuft sich die Stückzahl auf ein paar hundert Stk. Auch mit der Vergabe der arbeiten wenn beim Lohnbetrieb nichts läuft ist ein bisschen blauäugig. Lohnbetriebe ( jedenfalls diejenigen welche ich kenne ) haben keine ruhigen Zeiten.
Quo vadis HAG Forum ??
  • Zum Seitenanfang

modellbahner

Administrator

Beiträge: 6 771

Wohnort: Interlaken BE - Schweiz

Beruf: Elektroniker / Elektroing FH

20

Samstag, 4. Januar 2014, 12:33

Ich habe mir erlaubt die Beiträge zum Maschinenpark und zur Arbeitsweise/Vorgehen abzutrennen und hier als separaten Thread hinzustellen.
  • Zum Seitenanfang