Eigenbau: Selbstgebauter Tachowagen

  • Hallo zusammen


    hier möchte ich Euch meinen selbstgebauten Tachowagen vorstellen. Es ist eigentlich nicht schwierig, so was selbst zu machen, und die Velofahrer unter Euch können so den ev. bereits vorhandenen Tacho gleich doppelt nutzen. Man kann für so einen Tachowagen einen beliebigen Wagen verwenden, auf welchem sich ein Fahrradtacho anbringen lässt:


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    Nebst dem Tacho und der passenden Befestigungsbasis benötigt man noch einen Reedkontakt sowie einen kleinen Magneten. Beides sollte in einem Elektronikshop oder Modellbahn-Fachgeschäft erhältlich sein und kostet je ca. 1 Franken.


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    Nun bringt man den Magnet an der Achse an und befestigt danach den Reedkontakt. Dabei ist der genaue Montageplatz so zu wählen, dass der Kontakt bei drehendem Rad hörbar klickt. Danach kann er festgeklebt werden (Vorsicht, die Glasumhüllung verträgt kaum mechanische Belastungen). Danach sind die beiden Kontakte des Reedkontakts mit den beiden Kontakten der Tachobasis zu verbinden (im Bild = grau-schwarze Kabel).


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    Dann kann die Tachobasis am Wagen festgeklebt werden.


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    Nun kann der Tacho aufgesteckt werden, und man kann einen ersten Funktionstest machen (beim Drehen des betr. Rades sollte der Tacho eine Geschwindigkeit angeben).
    Ist dies der Fall, muss noch der Tacho auf die 1:87-Geschwindigkeit der Modellbahn eingestellt werden. In meinem Fall hat der Wagen Räder mit einem Durchmesser von 11 mm. Nach meinen Testfahrten auch auf einem Kreis mit genau festgestellter Schienenlänge habe ich den Tacho auf einen Radumfang von 2952 mm eingestellt. So zeigt er die Vorbildmässige Geschwindigkeit für HO-Fahrzeuge an.


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    Nun noch zwei Hinweise, wenn Ihr einen Velo-Tacho extra für MOBA-Zwecke kauft: Der Geschwindigkeitsbereich sollte über den für Velos gewohnten Bereich hinausgehen und die zu messenden Schienenfahrzeuge abdecken (mein Tacho ist bereits ein älteres Modell, zeigt aber auch Geschwindigkeiten von über 400 km/h an). Und ein Tacho, der schnell auf Geschwindigkeitsänderungen reagiert, ist von Vorteil (meiner ist etwas langsam).


    Nun wünsche ich "gut Nachbau".


    Peter

  • Hallo,


    Hier meine Variante für H0m (Bemo-Wagen). Den Readkontakt habe ich oben montiert, der Magnet an der Radachse wirkt durch den Kunststoff hindurch.


    Interessant ist, dass der Fleichmann-Tachowagen und mein H0m-Wagen in der Geschwindigkeitsanzeige kaum abweichen (sofern der Raddurchmesser richtig eingestellt wurde). So eine Bastelei ist wirklich sehr einfach selber zu machen :). Mein H0m Tachowagen bewährt sich nun schon seit ca. 2 Jahren bestens.


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    mit freundlichen Grüssen


    Gian

    Spur: H0 / H0m, Rocoline ohne Bettung, Bemo/Peco
    Digitalsystem: 3 ZS1 Zentralen, GBM, WD, Servodecoder, KS, usw. von Stärz, alles Bausätze inkl. Zentralen
    PC/Software: Windows 7 Ultimate, TrainController 7 Gold

  • Hallo zusammen


    Einen Tachowagen selbst zu bauen fand ich immer schon spannend - deshalb liessen mich die beiden vorstehenden Beiträge auch nicht mehr los... Neujahr 2013 bot endlich die Gelegenheit diese Pläne in die Tat umzusetzen. Hier nun mein Tachowagen auf Basis des Märklin-Klassikers 4617 (Trafowagen, mein Modell ist auch schon ein Klassiker und sicher etwa 25-30 Jahre alt).



    Das Bild zeigt den Wagen "in Fahrt" mit 43.8km/h, maximale Geschwindigkeit der Fahrt, 155.44km/h



    Der Tacho ist ein Sigma BC 1009, Drahtsender und zeigt Werte bis 199km/h an - siehe hier das Beispiel


    Daneben zeigt er noch viele weitere Werte an und kostet bei VeloPlus CHF 35.90 (http://www.veloplus.ch/AlleMar…VelocomputervonSIGMA.aspx)



    Hier die Unterseite, wie ich die Anleitung meiner Vorschreibet aus dem 2007 umgesetzt habe.


    Der Reedkontakt stammt aus der Zeit, wo ich die Rückmeldung per Reedkontakte eingerichtet hatte - stammen soweit ich mich erinnere von Grieder Bauteile, Basel. Der Magnet ist ein Märklin 7557 - zwar etwas gross, doch er funktioniert zuverlässig (der zuvor montierte 7556 funktioniert nur, wenn der Wagen auf dem Kopf stand...). Gesichert ist der Magnet - der schon von selbst an der Achse "klebt" - mit Sekundenkleber (Uhu); alles vorher gründlich entfettet.
    Der Computer bzw. seine Lenkerhalterung passt perfekt zwischen die Träger des Tiefladewagens. Ich habe ihn einfach mit zwei aufeinander geklebten Streifen Doppelklebeband 3m Superstark montiert. Er stellt so quasi eine "moderne" Ersatzladung dar. Der Raddurchmesser beträgt 12mm und habe ich entsprechend der Formel d x Pi x 87 als Radumfang in mm eingegeben.


    Nochmals Danke für die Bauanleitung!


    Das wichtigste am Schluss: Es macht unheimlich Spass, damit zu fahren und zu "messen" - richtiges "Eisenbahnspielen"...


    Gruss Christian

  • In meinem Fall hat der Wagen Räder mit einem Durchmesser von 11 mm. Nach meinen Testfahrten auch auf einem Kreis mit genau festgestellter Schienenlänge habe ich den Tacho auf einen Radumfang von 2952 mm eingestellt.


    Lieber Peter
    das ist wirklich interessant! Der Umfang müsste nach den geometrischen Formeln 3006 mm betragen, die Abweichung beträgt also etwa 1.8 %. Wenn du das auf einem Testkreis geeicht hast, wäre es auch noch spannend zu wissen, ob eine gerade Teststrecke den gleichen Radumfang ergäbe. Die Achsen haben zwei starr verbundene Räder und sind bei einem Zweiachser nicht wirklich kurvengängig. Das Innenrad legt darum eine andere Strecke zurück als das Aussenrad. Bei Kurvenfahrt klemmen die Achsen auch noch, so könnte etwas Schlupf entstehen.
    herzliche Grüsse
    Oski

  • Ich hatte das gleiche Problem und habe deshalb meinen Testkreis durch eine ganz lange Gerade ersetzt. Doch der Fehler blieb. Meine Vermutung: Das Gerät ist etwas träge (nicht nur beim Starten und Geschwindigkeitswechsel), möglicherweise also auch etwas "träge bei der Genauigkeit"...?!? Wer weiss dazu mehr?


    Grüsse
    Philipp

  • Es gibt allerdings auch noch eine andere Erklärung. Beim Start und beim Ziel hat der Reedkontakt entweder nochmals geschaltet oder eben gerade noch nicht. Das Zählproblem ist digital und an den beiden Streckenenden maximal um eine Umdrehung falsch. Jeder Zählfehler (Wert 1) gibt eine um 34.5 mm falsche Strecke. Maximal wären das 2 x 34.5 mm = 69 mm. Da die Wahrscheinlichkeit, dass am Start und am Ziel der Fehler extrem und entgegengesetzt sein könnte, nur etwa Wurzel aus 2 = 1.41 beträgt, müsste ein "Messfehler" von etwa 1.41 x 34.5 = +/- 49 mm entstehen. Da gezogene Achsen nur zuwenig anzeigen können, also -49 mm. Der einzugebende Wert bei Peter (Lidokork) ist 2952. Zusammen mit dem statistischen Messfehler ergäbe das 3001 mm, die Geometrie erwartet 3006 mm. Also stimmt es langsam überein.
    herzliche Grüsse
    Oski

  • Hallo zusammen


    @ Christian: einen schönen Tachowagen hast Du da gebaut, der macht sich auf der Anlage sicher gut (und würde mit den 6 Achsen sogar 2 Tachos tragen können, so dass man die Geschwindigkeit von beiden Seiten her immer mühelos ablesen könnte ;) . Dein Tachowagen würde sicher neben meinem Tiefladewagen auch eine gute Falle machen:



    Mein ursprünglicher Tacho hat in der Zwischenzeit leider den Geist aufgegeben :( . Ich war ja ursprünglich der Meinung, dass er eher der trägen Sorte Velotachos angehört hat. Dem war aber nicht so, wie mir sein Nachfolgemodell zeigt:



    Dieser Tacho reagiert langsamer auf Geschwindigkeitsänderungen, und er zeigt auch grössere Schwankungen bei gleichmässiger Fahrt auf dem Testkreis.


    "Dank" ;) den anderen Beiträgen habe ich nun meinen Testkreis exakt ausgemessen und Fahrzeitmessungen durchgeführt. Die so errechnete Geschwindigkeit wurde danach mit der Tachoanzeige verglichen. Noch zu ergänzen ist, dass ich auch den Raddurchmesser nochmals kontrolliert habe: Durchmesser beim Spurkranz = 11.0 mm, am anderen Rand der Lauffläche = 10.75 mm.


    Der eingestellte Radumfang ist immer noch 2952 mm. Und nun kommt für mich das Überraschende: trotz etwas zu kleinem Radumfang beim Tacho stimmt der angezeigte Wert eigentlich sehr gut. Bei den Kurven habe ich den Radius/Durchmesser von Puko zu Puko genommen, die Gesamtdistanz des Kreises beträgt 306 cm (Aussenschiene wäre 311,1 cm, Innenschiene 300,9 cm). Denn ein Schlupf müsste ja eigentlich zu einem zu tiefen Tempowert führen, was nicht der Fall ist. Und gemessen habe ich Modell-Geschwindigkeiten von 16 km/h bis 140 km/h.


    Zum Schluss: mein Tacho könnte auch für Flugzeuge verwendet werden...


    :?::arrow::arrow::arrow::arrow::shock::arrow::arrow::mrgreen::mrgreen:



    Viele Grüsse
    Peter

  • Zum Schluss: mein Tacho könnte auch für Flugzeuge verwendet werden...


    Lieber Peter
    mit meinen Bemerkungen wollte ich dich nicht zum Grübeln bringen. Du hast mit deinen Einstellungen sicher recht. Ich habe nur etwas laut über die Ursache der Abweichungen zur "Null-Toleranz-Geometrie" nachgedacht. Deine Schlussfolgerung ist allerdings bedeutend, ist doch die Air France seit geraumer Zeit mit dem Problem ungenauer Geschwindigkeitsmessungen konfrontiert, die werden sich freuen!
    herzliche Grüsse
    Oski