Werkstoffe: Holz mit Zukunft im Modellbau?

  • Keine Reminiszenz an die Brio Bahn sondern eine ernsthafte Überlegung.


    Mein Modellflugzeughändler hat mit der Antonov 225 das erste Handarbeitsmodell im Massstab 1:400, geschnitzt aus Holz und made in the Philippines in der Ausleiferung. Fotos weiter unten. Es sind doch erstaunliche Details am Modell möglich. Für mich wirft das Frage auf, wäre das denkbar für Modelleisenbahnen, in erster Linie für das Gehäuse. Teile die später gegossen werden, z.B. Fahrgestelle, die Urmodelle werden durch Silberschmiede gemacht.


    Ich sehe daraus weniger kleinere Serien als ein Urmodell das auf diese Weise gefertigt wird welches dann für SPS Serien als Basis dient. Da die Löhne in diesem Land sehr niedrig sind, kann ohne Probleme viel Zeit für ein Urmodell investiert werden.


    Einziger Nachteil der mir bekannt ist, üblicherweise arbeiten diese Leute ab 3D Vorlagen, d.h. meist haben sie einen Plastikbausatz als Vorlage. Daran scheitert es bei der Eisenbahn meist, da es keine solche Vorlagen gibt. Inwieweit die Leute in der Lage sind ab Zeichnungen zu arbeiten weiss ich leider nicht.


    Beim meinem letzten Besuch dort gab es zwar recht umfangreiche Literatur zu den Flugzeugen, es entzieht sich meiner Kenntnis ob diese möglicherweise nur als Vorlage für die Lackierung und Beschriftung dienten.


    Einige Beispiele solcher Handarbeitsmodelle. Alle aus Holz von Hand geschnitzt, teilweise mit Metallteilen ergänzt. Alle Bilder Airmail Flugzeugmodelle GmbH

    AN-225 1:400


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    P-16 1:48


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    Pilatus Porter 1:48


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  • Hallo Erwin,
    Warum nicht :D das Fahrgestell von einer Schrott-lok und ein Neuer Lokaufbau :) ,ich glaube das wird der Renner ?(: ,auf den Phllippines
    gibt es doch wahre Kunstler und Holz gibts auch,nimm doch mal Kontakt auf :!: Du solltest Dich doch auskennen.
    Ich gehe im Herbst meinen Bruder besuchen der ist in Davao-City klingt fast wie Davos :lol: .
    Es gruesst mit einem Mabuhay
    fasttrains

  • Zitat von "SNCB"

    Wer soll das denn bezahlen, wenn dies noch mit Handarbeit gemacht wird ?


    Da der mindest Lohn in den Philippinen irgendwo zwischen Fr.8 und 9 pro Tag liegt kann man sicher nicht von teuer reden. Das An-225 Modell kostet Fr.199.00. Finde ich für ein reines Handarbeitsmodell nicht sehr viel.

  • Rein bauchgefühlmässig hätte ich keine besondere Freude an handgeschnitzten Holzloks - und seien sie noch so filigran gemacht. Gerade in diesem Bereich empfinde ich die Herstellung per Handarbeit als nachteilig. Dies bedeutet nämlich, dass jedes Modell etwas anders herauskommt. Das mag bei Nussknackern, Kuckucksuhren oder Teddybären reizvoll sein, doch bei technischen Modellen erwarte ich eine Serienqualität aus einem Guss. (Ich würde bestimmt ein Exemplar mit Astloch erwischen :roll: :D) Und auch wenn die Schnitzer es tatsächlich schaffen würden eine homogene Serie herzustellen (was ich bezweifle): es ist einfach nicht der Werkstoff, den ich an einer E-Lok sehen möchte (ähnlich wie viele auch jetzt Metall dem Kunststoff vorziehen)
    Einen (K3-)Güterwagen aus Holz - also gemäss dem Vorbild - wäre hingegen eine interessante Alternative zu Kunststoff (aber kommt mir nicht mit Holzrädern).

    Wer Wind sät, wird Sturm ernten.


    In diesem Forum nicht mehr aktiv.

  • Holz ist grundsätzlich ein schöner Werkstoff - aber auch ein "lebendiger", der doch immer irgendwie arbeitet. Vielleicht ist es ein Vorurteil, aber ich mache mir zurzeit zum Beispiel Sorgen um ein auf einen Holzsockel geschraubtes, älteres Märklin-Spezialmodell, wo sich dieses Holzplättli mit Gleis im Laufe der Jahre stark verzogen hat. Und diese Verformung scheint sich nun auch auf das Modell zu übertragen... :cry:


    Den von Roger erwähnten K3 kann ich mir hingegen sehr gut vorstellen - und einen Satz Holzräder würde ich sehr gerne für jenes Ex-Forumsmitglied aus der Granitgegend mit seinen angeblichen Rückmeldeproblemen bestellen. :lol::lol:

    Mit Forumistengruss, Stefan

    _____________________________


    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Zitat von "Unholz"

    Den von Roger erwähnten K3 kann ich mir hingegen sehr gut vorstellen - und einen Satz Holzräder würde ich sehr gerne für jenes Ex-Forumsmitglied aus der Granitgegend mit seinen angeblichen Rückmeldeproblemen bestellen. :lol::lol:


    Stefan,


    Kannst du Gedanken lesen? Den Gedanken hatte ich auch, habe es aber ausnahmsweise unterlassen es zu schreiben. :D


    Das Argument von Roger hat schon etwas für sich, bei solchen Modellen kann von Unikaten gesprochen werden. Sie scheinen aber doch erstaunlich präzise zu sein.


    Ein Absturz dürfte einem Holzgehäuse allerdings schlecht bekommen, es wäre danach sicher volle Risse.


    Im Laden steht schon seit Jahren ein Singapore Jumbo in der Tropical Bemalung im Massstab 1:100, Dany wäre das nicht etwas für dich? Im Lack und im Holz sind keine Risse zu sehen. Welches Holz verwendet wird weiss ich nicht.


    Es gab einmal einige Modelle, bei denen bildeten sich Risse zwischen Flügel und Rumpf. Soweit ich weiss wurde damals falsches oder nicht genügend abgelagertes Holz verwendet.

  • Die Modell sehen super aus.


    Für die Modelleisenbahn sehe ich jedoch eher schwarz.


    Einen Vorteil haben die Holzmodelle jedoch:
    es gibt keine Diskussionen mehr über Zinkpest


    duck und weg :lol:

  • ... oder Holzwürmer.


    Gruss
    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Zitat von "Eldorado"

    Für die Modelleisenbahn sehe ich jedoch eher schwarz.

    Ich nicht!
    Es gibt seit Jahrzehnten schöne Holzbausätze von Gebäuden oder Fahrzeugen. Früher musste man die oft mühsam aussägen (craftman kits). Heute sind sie meist mit Laser vorausgeschnitten.
    Besser sieht es natürlich aus, wenn auch das Vorbild eines Modells aus Holz besteht. Mit den richtigen Lacken/Beizen gibt das wunderbare Modelle.


    Z.Zt. baue ich Holz-Bausätze von argentinischen Personenwagen zusammen. In diesem Land kann man sich keine Metallmodelle leisten. Wichtig dabei ist aber, dass man die Holzporen zuerst gut verschliesst und anschliessend den Wagenkasten gut schleift. Natürlich kann sich das Holz mit der Zeit etwas verziehen. Wenn es aber im Rahmen bleibt, gleichen die Verwindungen denen, welche das Vorbild aus Metall über die Jahre bekommt.



    Thomas

  • Ich weiss nicht was ihr alle habt, ich jedenfalls habe in meinem Urlaub im Norden, ein TRIX Holzzug (Dampflok mit drei Wagen) in der Pampa für ein Schnäpchen gekauft! :lol:
    Das schöne daran ist, dass die Wagenkästen tatsächlich wie das Original der SJ, aus Teakholz sind!
    Wenn man es nicht weiss, dass es Holz ist, achtet man es fast nicht, ausser in der Beschreibung steht Bitte Vorsicht es ist echtes Teakholz! :lol:

  • Nun ist die AN-225 mit dem Buran bei mir angelangt und ich bin immer noch begeistert. Als Holz wird eine philippinische Mahagoni Art verwendet.


    Der Buran ist 10cm lang. Zwei Modelle habe ich im Laden miteinander verglichen, von Auge konnte ich keine Unterschiede feststellen, die Präzision ist also nicht so schlecht.



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  • Zitat von "Cebu Pacific"

    Federleicht ist das Modell, vielleicht kriege ich es noch zum fliegen. :wink::D


    Für einen Eidg. dipl. Mechaniker Meister dürfte das kein Problem sein.


    (in unserem Garten wäre genügend Platz für eine Landung - lieber Erwin)