Zoll: Diebische Elstern am Zoll?

  • Mit dem Zoll habe ich ein unangenehmes Problem. Mittlerweile bin ich überzeugt jemand der die Pakete zur Inspektion öffnet stiehlt mir Modelle aus dem Paket. Das erste Mal fehlte gegen Ende letzten Jahres ein Modell. Mittlerweile ist im März ein Paket angekommen, wieder fehlt ein Modell und das letzte Anfangs diesen Monat. Auf der Schachtel ist jeweils eine Liste mit der Anzahl Modelle, die war immer um ein Stück höher als das was ich in der Schachtel vorfand. Gemeinsam haben alle Pakete, sie wurden jeweils durch die Post geöffnet, am gelben Kleber erkennbar.


    Anfänglich dachte ich noch an ein Versehen des Lieferanten, von diesem beziehe ich schon seit mehr als 6 Jahren Modelle und hatte noch nie ein Problem und plötzlich fehlen regelmässig Modelle. Beim Lieferanten sind immer noch die gleichen beiden Personen tätig.


    Ich bin relativ ratlos was ich machen soll, wenn ich das der Post schreibe werden die mir mit Garantie kein Wort glauben, wie soll ich beweisen, dass die Modelle abhanden gekommen sind? Hat jemand eine gute Idee? Der Verlust ist nicht wahnsinnig hoch, jedes mal etwa Fr.40.00, mit der Zeit summiert sich das doch und es ärgert mich masslos. Solche Vorfälle sollte es in der Schweiz doch einfach nicht geben.

  • Also das wäre ja wirklich eine Sauerei! Ich würde das auf jeden Fall melden. Die Chance besteht, dass du nicht der einzige mit solchen Erfahrungen bist und dann dürfte das sicher untersucht werden. In einem Konzern mit insgesamt mehr als 60'000 Mitarbeitern könnte es durchaus ein paar schwarze Schafe geben.


    Gruss
    Mario

  • Aaaahh, wenn sich das so auffällig häuft, wird sich bestimmt etwas machen lassen:


    - Verpackungen aufbewahren - kamen die Sendungen immer über das gleiche Postzollamt herein?
    - Begleitpapiere aufbewahren (daraus lässt sich sicher rekonstruieren, wer die Sendung abgefertigt/behandelt hat)
    - Die nächste Sendung in Anwesenheit eines neutralen Zeugen (Arbeitskollege, Nachbar, befreundeter Anwalt usw.) öffnen
    - Deine obige Meldung auch in den einschlägigen Flugzeugmodell-Foren posten
    - dann Meldung an die zuständige Zolldirektion (Adressen hier: http://www.ezv.admin.ch/kontakt/01912/index.html?lang=de ), verbunden mit der freundlichen Anfrage, ob sie der Sache selber nachgehen wollen oder ihnen eine Strafanzeige lieber sei


    In den meisten Fällen wird allein schon die Aussicht auf ein möglicherweise sehr peinliches Strafverfahren (mit entsprechender Medienpräsenz ;) ) wirksam genug sein, um die Vorgesetzten zum Handeln zu zwingen... (Nur bei der Post selber braucht es manchmal tatsächlich ein echtes Strafverfahren, bis die faulen Eier aussortiert werden: Wir hatten hier in Winterthur mal einen oder zwei Paketboten der "Basis Frauenfeld", die jeweils ihre Papierabfälle in den Gärten von Einfamilienhäusern entsorgten. Nach Erstattung von Strafanzeigen mit entsprechenden polizeilichen Einvernahmen und Bussen hörte das dann doch recht schlagartig auf... :mrgreen: ).

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Stefan,


    Danke für deine Tipps. Die Zollquittungen habe ich noch alle, die betroffenen Pakete kamen immer via Genf in die Schweiz. Denkst du mit den Zollquittungen kann ich etwas anfangen? Sie haben immerhin eine Quittungsnummer, mit der müsste doch bei der Post einiges zu zuorden sein denke ich.

  • Ja, ich würde auch meinen, dass man aufgrund der Quittungen und der jeweiligen Dienstpläne des Personals herausfinden kann, wer dann im Einsatz war. Und wenn es immer derselbe Mitarbeiter war, dann dürfte die Sache rasch auffliegen.


    Da du in Genf vermutlich keine persönlichen Feinde hast, nehme ich wie Mario an, dass auch andere Empfänger von Sendungen mit gleichem/ähnlichem Inhalt betroffen sind. Somit ist die Chance recht gross, dass sich auch solche Opfer melden.

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Wir haben ein Schwesterunternehmen in Rumänien, welcher für uns "preissensitive" (neuer Modeausdruck für Billigfertigung) Elektronikbaugruppen fertigt. Manchmal muss ich aushilfsweise eine Qualitätskontrolle der Lieferungen aus Rumänien durchführen. Zweimal ist mir dabei aufgefallen, dass je eine Baugruppe fehlte. Eine Nachfrage beim Wareneingang ergab dann, dass der Zoll diese Bauguppen zurückbehalten hätte, um die Warendeklaration genau zu überprüfen. Die geprüften Baugruppen werden dann 3 bis 6 Monate später vom Zoll zugeschickt. Da natürlich niemand so richtig weiss, was mit den Baugruppen alles passiert ist, müssen wir sie dann meistens direkt als Elektronikschrott entsorgen.


    Bei Modellbahnlieferungen glaube ich kaum, dass solche Deklarationsprüfungen notwendig sind. Wichtig scheint mir aber, dass jede Position auf dem Lieferschein von Hand abgehakt und der Lieferschein visiert ist. Die kostet nichts, aber sollte auch dem Zolbeamten zeigen, dass genau kontrolliert wurde, was eingepackt wurde. Sollte es zu Problemen wegen dem Inhalt kommen, sind solche Nachweise immer von Vorteil.


    Freundliche Grüsse


    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Ich hatte schon drei Mal das Problem, dass mein Paket geöffnet wurde und deren Inhalt kontrolliert wurde. Jedesmal wurde ein Messer in Jack the Ripper Manier in den Karton gesteckt und durchgezogen. Blieb das Messer hängen, setzte man einfach nochmals an und versuchte erneut den Schnitt zu vollziehen. Sobald ich ein Paket mit Zollklebeband abhole, öffne ich dies an Ort und stelle um ungläubige Schalterfrauen zu vermeiden. Das Perverse an der Sache ist, dass netterweise noch eine Rechnung mit Zoll-, Lager- und Bearbeitungsgebühren in safftiger Höhe mit dabei war.... Glücklicherweise ist mir im Grenzverkehr noch nie was abhanden gekommen, dafür aber im innerschweizerischen Postverkehr.

  • Aktuelle Erfahrung mit dem deutschen Zoll: Eine am 6.04.2010 aus der Nordschweiz versandte Zollsendung mit Zielort Tübingen/Südwürttemberg, ist heute, 14.04.2010, beim Adressaten eingetroffen. Die Sendung wurde vom Hauptzollamt Saarbrücken, Geschäftsstelle Speyer/(Rheinland-)Pfalz, ungeöffnet geprüft; der vom Absender korrekt angegebene Wert von 85 SFr. wurde auf Rechnungswert+Porto = 99 SFr. = 69,32 Euro korrigiert und mit 19 Prozent Einfuhrabgabe (Einfuhrumsatzsteuer) = 13,17 Euro belegt.


    Empedokles

  • Hallo Empedokles,


    bekannte Sache für jemanden, der den Zoll so kuschelig findet wie ich. :cursing: Die rechnen noch Versand auf den Warenwert drauf , selbst, wenn die Sendung versandfrei ist, und schlagen auf diese Versandkosten 19% USt drauf. Irgendwie muß man Griechenland doch finanzieren, und Kleivieh macht auch Mist.


    Erwin, kann es sein, daß es sich um irgendwelchen "unlizensierten" Green Box, PanAm Co., und wie sie nicht alle heißen Modelle handelte, die aus Markenschutzgründen vom Zoll einkassiert worden sind? Da gab es doch auch mal so eine Aktion, wo Boeing (und dann irgendwann mal Cathay Pacific) alle ihrer Meinung nach nicht lizensierten Modelle, die bei Ebay auch von privat zum Verkauf standen, einkassiert hatte.

  • Findest Du? Ich nicht! Schliesslich wurde die Steuer bereits schon mal erhoben (der Versender hat diese schon mal berappt). Ich finde das äusserst störend. Einerseits erhöhen die ausländischen Post-Betrieben die Gebühren auf 30 Euronen für Pakete in die Schweiz und als Dank darf ich dann noch 19% Steuern hier in der Schweiz dafür bezahlen. Kann mich auch irren, aber Auslandspakete sind keineswegs MWSt-befreit.

    cu Roland


    Don't feed the trolls! (und ich mache es halt trotzdem ...) :D

  • Hallo,
    Die Gebühren der Deutschen Bundespost sind Mehrwertsteuerbefreit. :!:
    Sind also auch ohne Mehrwertsteuerausweis auf der Quittung.
    Anders dagegen Hermes GLS DPD und Co da sind 19% Mwst. ausgewiesen.

    Es grüßt der Töfflibueb aus dem Plauderforum Christoph
    Ich liebe es wenn etwas über Jahrzehnte funktioniert deshalb sammle ich HAG und fahre HOREX
    Bereits 22 Ae 6/6 davon 15 Grüne und 6 Rote und eine Swiss Express :oops::oops:

  • Bundespost?

    :)


    Sei nicht so kleinlich. ;) Richtig muss es heissen: Deutsche Post (so wie früher in der "Zone") bzw. die Paketsparte = DHL. Analog dazu: nicht mehr Deutsche Bundesbahn sondern Deutsche Bahn (AG). Vermutlich kommt das daher, weil wir sparen müssen* und die fraglichen Worte entbehrlich sind.



    *nein, ich fange nicht wieder mit den "Steuersündern" an . . . :D :D

  • Vermutlich kommt das daher, weil wir sparen müssen* und die fraglichen Worte entbehrlich sind.


    Deutschland und sparen ?( , seit ich diese Woche die Sendung Fakt gesehen habe wo der Beamtenschildbürgerstreich mit den neuen Verkehrsschildern die eine dreistellige Millionensumme kosten werden, thematisiert wurde, denke ich ich das Gegenteil, Deutschland muss im Geld schwimmen. ;)