Reinigung/Reparatur: die üblichen Defekte verschiedener alten HO-Lokomotiven

  • Durch Lagerung, anderst als (Rot)Wein, wird kein Modell besser, dennoch erstaunlich, wie gut 30-70 jährige HO Lokomotiven die Zeit überdauern: Auf die Schienen stellen und los fährt die 40-jährige Lok! Dies ist der gar nicht so seltene Glücksfall!
    Dass mitunter nicht nur Dampfloks rauchen, oder im besseren Fall einfach nur stehen bleiben, ist ebenfalls eine Tatsache. JEDER Hersteller hat seine Stärken wie Schwächen, meistens sehr Hersteller-spezifische defekte. Loks die bereits vor 40 Jahren schlechte Läufer waren, sind nicht besser geworden. Folgendes Kriterium: Was passiert, wenn man eine jahrzehnte nicht gefahren Lok, ohne jede Revision, einfach so wie sie ist, auf das Gleis stellt und den Trafo leicht aufdreht... Unter solchen Bedingungen ist zwischen Billig-Loks und Rolls-Royce Loks kein signifikanter Unterschied feststellbar. (im Sinne wo nichts ist, kann auch nichts defekt gehen). Vorest mal von 7 Herstellern. Bei Interesse fast beliebig erweiterbar. Falls allgemein kein Intereresse, so darf, würde fast sagen muss, das Ganze auch wieder gelöscht werden, dass HAG-Forum soll weiterhin interessant bleiben. Dazu ist wie beim Fotografieren die Delete-Taste fast so wichtig wie "enter"... Anderseits wo kein Risiko eingegangen wird, findet auch kein Leben statt:


    Märklin (AC)
    Spätere Serie 800 und 3000 Serie:
    + für mich deutlich der Sieger! Nahezu unverwüstliche Laufeigenschaften. Die Loks mögen "eiern", stampfen und ausgeleierte Lager haben, aber irgendwie laufen tun sie immer.
    - Relais Kontakte können hängen bleiben oder selten leicht oxydiert sein.
    -/+ die relativ grossen Fertigungs-Toleranzen verhindern dass das Oel störend wie Leim verharzen kann, gleichzeitig werden durch (zu) grosse Tolranzen die Lager und Zahnräder viel mehr beansprucht und abgebraucht.
    - war der Vorbesitzer sehr grob, findet man abgerissene Spulendrähte-, Kabel und Relaisanschlüsse. Dass es soweit kommt, muss man jedoch fast schon grobfahrlässige Mühe geben und wild tun.


    HAG (AC und DC)
    Die wahre Nummer 1!
    + Die Motoren sind schon damals viel präziser ausgeführt. Der Sound tönt "wie richtig". Die Motoren sind sprichwörtlich bärenstark und laufruhig. Die Zahnräder vertragen eine viel grössere Laufleistung, bis sie vergleichbar stark abgebraucht sind.
    - aus meiner Sicht besteht nur ein einziger Fehler, besonders bei feuchten Räumen: Durch leicht korrodierte Verbindung am Übergang vom Schleifer zur Stromführung bleiben die Loks etwas zu oft stehen.
    + dies ist eine harmlose, fast sekundenschnelle Bagatelle. Aber wer das nicht weiss, nimmt die halbe Lok auseinander, und sie läuft danach immer noch nicht, anstatt schnell den Übergang Schleifer-Stromkabel zu reinigen.


    Roco (DC)
    die Unbeschreibliche
    + damals sehr günstige Preise
    + interessante Vorbilder
    + gute exakte eigentliche 1:87 Modelle.
    + akzeptable bis ganz gute Laufeigenschaften
    - kaum eine Lok ist äusserlich noch "ganz"! Mehr oder weniger viele abgebrochene Teile sind völlig normal und üblich.
    - nimmt man einer 37 jährigen Lok (1976) das Gehäuse ab, so wirkt sie auf mich "jämmerlich": Die Platine ist oft verbogen, die Rost auf den Leiterbahnen unübersehbar. Dazu noch oftmals grobe Lötstellen vom Besitzer der Lok. Aber grundlos wird der nicht gelötet haben?...
    + und trotz all diesen erheblichen Mängel: wer hat eine Roco Lok, welche wirklich gar nicht mehr läuft? sie laufen und laufen und wenn sie nicht gestorben sind, so laufen sie heute noch...


    Fleischmann
    die Kunstwerke
    + ältere Modelle vollständig aus Metall.
    + gute Modellwahl in ausgezeichneter Qualität (bis auf den Motor)
    + besonderer Massstab, leicht grösser, was damals als souverän markant und dennoch sehr feingliederig elegant empfunden wurde.
    - leiser, starker Motor, wenn er denn funktioniert. Die meisten Motoren aus den 1960 Jahren sind reichlich heikel bis möglicherweise mit zu schwachem Rundmagnet versehen? (ich kenne den Grund nicht, warum diese Motoren so heikel sind)


    Trix-Express
    die besten Verkäufer
    + interessante Vorbilder
    + unverwüstliche Motoren, obwohl diese Motoren fast etwas zierlich zerbrechlich wirken, sind sie extrem robust.
    - kuriose Radsätze: Die Spurkränze sind nicht grösser als von Märklin, Lima, oder gar Distler aus dieser Zeit, aber viel zu breit. Mitunter sind bei einigen Trix-Express Modellen die Radlaufflächen schmäler als deren Spurkränze, das ergibt kaum Sinn.
    - damals waren Schwungmassen an Motoren nicht üblich. Üblich bei Trix-Express waren zahlreiche Entgleisungen, vermutlich mehr, als bei jedem anderen grossen Hersteller! Die schweren Trix Loks hatten nahezu 0 Auslauf!
    - die Radisolierungen und Zahräder sind der Motorenkraft nicht gewachsen. Oft laufen (auch durch verscheidene Material-Alterung) die Isolierungen-, Räder-, Zahnräder-, lose auf den Achsen.
    (Trix-Express hatte insgesamt unterschiedlichste Motoren, teilweise parallel im Angebot. Meine Beschreibung gilt nur auf die üblichen Trix-Express Modelle von ca. 1954 - 1984)


    Lima
    die besten ihrer Klasse
    + tolle Vorbilder
    + teils extrem günstige Preise
    + erstaunliche gute Modellumsetzung, innerhalb dieser Preisklasse. (Ausnahmen bestätigen die Regel, die schlechtesten Modell-Umsetzungen gibt es ebenfalls von Lima)
    + trotz den nachfolgenden Mängel: Mit Abstand das beste Preis/Leistungsverhältnis vom damaligen Neuwaren-Angebot. Heute stimmt das nicht mehr: neuwertige "gebrauchte" HAG-Loks bieten 2013 das beste Preis/Leistung Angebot.
    + so billig wie der damailge Lima-Motor hergestellt wurde, kein Wunder läuft er relativ rauh, aber er läuft, eigentlich fast immer. Er ist erstaunlich robust, fast unverwüstlich.
    -/+ mehr Plastik geht nicht mehr! Selbst am Motor ist nahezu alles aus Kunststoff, nur für das Funktionieren absolut unerlässliche ist aus Metall gefertigt.
    - der Motor ist zu leicht, das Gehäuse (mit Blei oder Stahlklotz versehen) zu schwer, oftmals rutscht der Motor ruckartig im Chassie, dirigiert von robusten spröd gewordenen Kabel anstatt dass sich das Drehgestell autonom dem Schienenlauf anpassen kann.


    Pocher
    die extreme Technikerin
    Es gibt von Pocher (fast) nur ein einziges Modell, dafür was für eines: SNCF CC-7107 von ca. 1958 bis 1964
    + beide Drehgestelle angtrieben
    + zugkräftig
    + äusserst laufruhig.
    + mit Schwungmasse und funktionierender Fliehkraftkupplung und Motorkühlung(!)
    + trotz diesem Übermass an Technik, ist die Lok nahezu wartungsfrei und funktioniert sehr zuverlässig, auch heute noch nach über 50 Jahren, wenn man zufällig ein gutes Modell erwischte.
    - die Lokserie hat nur einen einzigen Mangel, sie wäre mit bei den Besten! Viele dieser Pocher CC-7107 Loks haben Zinkpest, besonders Drehgestelle und Motorbefestigung, dies ist für die Lok das Aus.
    Immerhin besteht darüber heute keine Unklarheit mehr: Entweder hat sie Zinkpest oder sie hat keine keine Zinkpest. Wer ein gesundes Modell hat, wird sich wohl auch noch nach weiteren 50 Jahren daran erfreuen können.





    -

  • Hallo Ostermayer


    Ich finde deine Ausführungen spannend und lesenswert! Es eröffnet ein Blick in eine sicher vielen unbekannte Zeit - ich höre so zum ersten Mal von der Pocher CC; davon gerne Bilder, die Technik interessiert mich sehr!


    Ein "kleines Nebenhobby" von mir ist das Reparieren meist älterer Loks für Kinder von Bekannten - da sind mir auch Hag und vor allem Märklin-Loks am liebsten. Auch eine Hamo S 3/6 auf AC umzubauen war kein Thema - das reinigen war auch dort sehr zeitintensiv...


    Und sowieso, wen es nicht interessiert braucht es ja nicht zu lesen...


    Für mich gerne mehr ;)


    Gruss Christian

  • Anbei einige Fotos der aufgeführten HO Eisenbahn Motoren ca. 1960-er Jahre


    Korrektur zu Pocher: da steht was falsches: Nicht 2 sondern EIN Drehgestell ist (an den äusseren Achsen) angetrieben.

    Bilder

    • Märklin 3021.jpg
    • HAG Motor 1964.jpg
    • Roco um 1979.jpg
    • Trix um 1959.jpg
    • Lima um 1964.jpg
    • Lima 1970er Jahre.jpg
    • Pocher CC7107.jpg
    • Fleischmann 1964.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Ostermayer ()

  • Ein gewaltiges Ding, diese Pocher SNCF-CC-7107! Der Mittelmotor erinnert mich an den Roten Pfeil von HAG, aber ansonsten ist der Platz gut ausgefüllt.

    Mit Forumistengruss, Stefan

    _____________________________


    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Hallo Ostermayer, ein interessanter und lesenswerter Beitrag, sehr schön auch die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Antriebe bzw. Motoren.

    -/+ die relativ grossen Fertigungs-Toleranzen verhindern dass das Oel störend wie Leim verharzen kann,


    Hier verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz, denn das nicht selten beschriebene Verharzen des Schmiermittels ist doch der Zusammensetzung desselben geschuldet und kann den Lauf der mechanischen Teile unabhängig von Fertigungstoleranzen behindern.

  • Die Platine ist oft verbogen, die Rost auf den Leiterbahnen unübersehbar.


    Auf einer Elektronikplatine gibt es ganz sicher keinen Rost, die Leiterbahnen sind aus Kupfer. Diese können wenn sie blank sind nachdunkeln und farblich Rost (Eisenoxyd) gleichen.

    Entweder hat sie Zinkpest oder sie hat keine keine Zinkpest. Wer ein gesundes Modell hat, wird sich wohl auch noch nach weiteren 50 Jahren daran erfreuen können.


    Hier empfehle ich ganz klar den fachmännischen Ausdruck Zinkkorrosion zu verwenden. So kommen auch keine Irrtümlichen Annahmen wie eine Krankheit zu stande. Ich erlaube mir einmal mehr auf meinen Artikel zu diesem Thema zu verweisen .

    Zitat von »Ostermayer«
    -/+ die relativ grossen Fertigungs-Toleranzen verhindern dass das Oel störend wie Leim verharzen kann,



    Hier verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz, denn das nicht selten beschriebene Verharzen des Schmiermittels ist doch der Zusammensetzung desselben geschuldet und kann den Lauf der mechanischen Teile unabhängig von Fertigungstoleranzen behindern.

    Es gibt diesbezüglich auch keinen Zusammenhang. Ist das Spiel im Lager etwas grösser, tritt der Effekt des Verharzen einfach etwas später ein. Das Problem ist das Oel und nicht das Spiel.

  • Hallo Terry,
    Ja, Deine Argumentation ist logisch und ich wäre eigentlich auch Deiner Meinug. Aber die reale Situation ist dennoch anderst: folgenden Versuch! Oele eine möglichst ungebrauchte neuwertige alte 800-erter Lok welche laut nach Oel schreit, mit dem orig. Märklin Oel von z.B. 1990. - Fahre die Lok danach nicht(!) - sondern stelle sie mindestens 1 - 2 Jahre total unbenutzt in eine Ecke. Die Lok müsste verharzen, da ja Märklin damals angeblich (oder effektiv?) ein Oel minderer Qualität einsetzte. Nun, die 800-erter Lok wird problemlos fahren, als wäre nichts gewesen. Nehme eine Märklin Lok um 1990 - 2000 herum, Oele sie mit was immer Du an teuerstem Oel von bester Qualität finden kannst, höchstwahrscheinlich wird die Lok trotzdem - hoffentlich nicht ganz so extrem - verharzen, wenn man sie ebenfalls 1-2 Jahre niemals benutzt.


    Daraus folgt nach meiner Meinung:
    1. am wichtigsten: die Lok als mechnisches Objekt ab und zu bewegen! Das hat mit Abstand den grössten positiven Einfluss. Gut bewegt, wird die Lok vermutlich noch nicht einmal mit dem No-go Salatöl verharzen.
    2. ohne Zweifel hat die Art und Qualität des Oels einen positiven oder negativen Einfluss, das oelen als solches auch: lieber öfters ganz minim, als ganz selten ganz viel oelen.
    3. mich macht schon etwas stutzig, dass (nach zahlreichen Reklamationen) Märklin angeblich bereits mitte 1990 er Jahre ein Oel besserer Qualität verwendete, aber die Loks verharzten weiterhin...
    4. um eine 800-erter Lok zum verharzen zu bringen muss man sie schon mit Araldit "ölen", oder zum Tauchen mit in das Meer nehmen.


    Ganz selten verharzen ja auch HAG Loks bei sehr langem Nichtgebrauch, aber nicht so bombenfest. Ich kann mir schon vorstellen, dass bei den 800-erter Loks das Oel bei Nichtgebrauch genau so verharzt, aber sich an der Mechanik nicht festkleben kann. Vielleicht bez. bestimmt hat die Materialart der Ankerwelle, Zahnräder und Zahnradachsen auch einen grossen Einfluss. Anderseits nehme ich nicht an dass Märklin in den 1950 Jahren bessere Stahl- und Metallqualität verwendete, als in den 1990-er Jahren. Daher habe ich angenommen, dass grössere Fertigungstoleranzen hier (und nur hier!) einen positiven Einfluss hätten. Aber so ganz logisch ist meine Argumentation auch nicht, denn wenn präzise Fertigung die alleinige Ursache für verharzte Mechanik wäre, so wären viele berühmte Schweizer Uhren am verharzen.


    Grüsse


    Hermann

  • Hermann,


    Die Öle sind eine Wissenschaft für sich, davon hast du noch viel weniger Ahnung als ich. :D Ich muss mich Berufsbedingt ein wenig damit herumschlagen, Werkzeugmaschinen laufen auch heute noch nicht Öl und Fett.


    Das Verharzen von Teilen hat oft wenig mit der Qualität von einem Öl zu tun als viel mehr ob es für den Verwendungzweck geeignet ist oder eben nicht. Die Realität der von Modellbahnfirmen angebotenen Oelen ist einfach und simpel, auch wenn ich es nicht hieb und stichfest beweisen kann. Schmieröle braucht jede Firma, also füllt man gleich ein zweihundert Liter Fass in kleine 10ml Fläschchen ab und verkauft es als das ultimative Super Duper Modellbahn Öl zu einem möglichst hohen Preis. So wird es HAG, Märklin, Trix und andere gemacht haben. Die klassischen Gleitbahnöle haben genau diese Viskosität und Farbe. Gleitbahnöle verharzen in einer täglich gebrauchten Werkzeugmaschine nie aber auch gar nie. Der Verbrauch ist so hoch, das Öl bekommt keine Chance zum verharzen, zudem sind die bewegten Teile so schwer und mit kraftvollen Antrieben versehen, da müsste eine solche Maschine Jahrzehnte stehen bis etwas verklebt. Voila, genau hier haben wir das falsche Öl am falschen Platz, wenn es für die Modellbahn eingesetzt wird.


    Eine Modellbahnlok braucht ein dünnes, säurefreies Öl, also z.B. eines das für Feinmechanik oder Messwerkzeuge geeignet ist.


    Planzenöle haben nichts aber auch gar nichts in der Mechanik zu suchen, sie sind oft säurehaltig und verharzen. Verharzen ist nichts anderes als ein Oxidationsprozess im Öl. Der findet immer statt, mal schneller mal langsamer, je nach Produkt.


    Beste Erfahrungen habe ich bisher mit den Labelle Öl gemacht. Es sind entweder Spindelöle oder solche für Feinmechanik. Damit ist mir noch nie ein Modell verharzt. Ein Spindel Öl ISO 10 erfüllt sicher den gleichen Zweck, das gibt es in fast jeder Werkstatt mit modernen Maschinen oder Schleifmaschinen.

  • @ Cebu Pacifik
    danke für die Verfeinerung meiner Beiträge, es war schon spät. Aber das Geschriebene MUSS schon stimmen, ganz Deiner Meinung!


    - Roco, fast alle Platinen, da hast Du völlig recht. Aber schaue mal bei einer V-216 aus der Übergangszeit von Röwa zu Roco...
    - verharztes Oel: Bislang fand ich noch keine wirklich ganz schlüssige Erklärungen, nicht mal meine eigene, aber die anderen auch nicht ganz. - BIS AUF DEINE! DANKE! Aber im Vergleich zum Zinkzerfall ist verharztes Oel so oder so nicht der Rede wert. (PS: Das mit dem Salatoel war nicht ganz ernst gemeint, aber lieber eine Kleinbahn BR-80 mit Salatöl als Autoöl im Salat).

  • Hermann,


    Verharztes Öl ist tatsächlich kein Problem, es gibt nur etwas Arbeit dieses mit Reinbenzin auszuwaschen und das Modell danach wieder sorgfältig zu ölen.


    In der Praxis kenne ich das von Betreibern von Vakuumpumpen. Dort gibt es Ferkel die keinerlei Wartung durchführen und die Pumpen solange betreiben bis sie im Betrieb blockieren. Ist nur das Öl verharzt kann sie mit Reinbenzin sauber ausgewaschen werden und ist danach meist wieder wie neu.

  • Wahnsinn - die Links von Dumeng sind ja richtig spannend, das ist ja eine echte Wissenschaft. :thumbsup:


    Ich getraue mich jetzt gar nicht mehr, ein halbes Fläschli HAG-Öl einfach über einer Lok zu verteilen... 8);)

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • und weiter gehts mit den verschiedenen Eisenbahn-Motoren:
    Wir haben hier viel über Oel geschrieben: Eine sonst gut erhaltene Lok wegen verharzung als defekt zu bezeichen ist fast schon "frech". Es gibt weit schlimmeres, wie abgebrochene Schrauben im Guss, Gusszerfall, abgenutzte Lager/Zahnräder. Risse im Fahrwerk oder Gehäuse, heiss gelaufene Spulen, abgebrochene Laschen, stark verbogene Zinkteile und und und...


    und doch ist das Thema Oel nicht so trivial. Hier im Forum ist das Oelthema fast schon deplaziert, weil hier die wirklichen Sammmler sind. Aber bei Anfänger nicht. Ich habe es viel zu viel erlebt, dass ungebrauchte fabrikneue(!) Märklin-Loks im Getriebe verharzt waren. Eigentlich kann das jeder Händler und auch Auktionator im Prinzip beheben, vermutlich auch jeder Anfänger, wenn er es weiss. Aufwand pro Lok ca. max. 10-15 Minuten. Bei 1000 Loks kommt halt schon ein gewisser Zeitfaktor zusammen. Jedoch im Wissen was passiert wenn nicht, wird jeder vorausschauende Händler wie Auktionator tun, was ihm möglich und nötig ist... Aber alle Verharzten wird er nie erwischen. Nun weiss der versierte Märklin-Anfänger, dass Märklin Loks der Serie 3000 /31.. / 33... bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen Stirnradgetriebe aufweisen, wo man von Hand die Lokräder drehen kann. (nicht sollte! aber können schon). Nun was ist die Folge davon: Manche Leute bringen solche Kräfte auf, dass die Räder lose auf den Achsen drehen. Oder auf dem Gleis: Trafo bei maximaler Spannung bald der Rauch nach 5 Minuten anstatt zum Kamin überall sonstwo aus der Lok aufsteigt... Womit - jetzt - der Kunde recht hat, die Lok ist (nun) definitiv richtig defekt. Was ich bis heute noch nicht herausgefunden habe: Wieso trifft es Märklin HO Loks von 1975 - 2000 am meisten? Alte nicht und neuere Modelle nicht und Loks von anderen Firmen viel seltener bis nie.


    Was kann man tun, dass die Lok, welche Marke auch immer, nicht defekt geht? Ganz einfach, AUS DER SCHACHTEL NEHMEN, das ist schon fast alles, um sie bestens zu erhalten. Vielleicht fällt mal eine Lok herunter, wird von der Katze angegriffen, oder die Putzfrau saugt ein Modell auf, Z eher gefährdet denn I, was auch immer, Beschädigungen treffen mehrheitlich immer "nur" ein Modell pro Fall. Viel zu viel erlebten wir folgende Fälle: über jahrzehnte wurden anstatt die Loksammlung, deren Preiszusammenstellung angeschaut. Es sei alles ganz neuwertig im Originalkarton, unberührt. Da geht dann schon mal innerlich die Warnlampe an. Ihr glaubt mir nicht, wie viele male wir vor Sammlungen stand und nicht wussten, wie soll ich erklären, dass die Wertvorstellung dahin ist, ganze Sammlungen total "im Eimer". Das Auktionshaus möglichweise etwas an Glaubwürdigkeit verliert, wenn man so eine Sammlung überhaupt als Einlieferung akzeptiert. Chemische Weichmacher in Schaumstoffeinlagen haben viel mehr Loks auf dem Gewissen, als sämtliche Oelprobleme zusammen. Hier im HAG Forum weiss das jeder, oft viel exakter und besser als ich selber! Aber wie bringt man dieses Wissen an Besitzer und Besitzerinnen von Sammlungen, welche alles richtig machen wollen, anstatt mal das Risiko einzugehen, eine Lok aus- und anzupacken, und ggf. zu beschädigen? Dieses Vorgehen würde immerhin die anderen Loks retten.





    weitere HO Lokomotiv-Motoren:


    Jouef ca. 1956 BB-9003 SNCF Rekordlok 331 km/h
    Die Schnellste
    + extrem weicher Auslauf. Das Modell läuft locker umgerechnet 450 km/h vielleicht ein Rekord als schnellste HO-Lok?
    + flexibler robuster Motor. Von 4,5 Volt (Batterie) bis 12 Volt verträgt er alles. (DC)
    - eher Spielzeug für Kleinkinder denn echtes 1:87 Modell.
    - keinerlei Zugkraft.




    Trix-Express AC! (Modell 1937, sehr ähnliche Motoren gab es von 1935 bis 1953, in England als TTR auch noch etwas länger.
    + beste Laufeigenschaften, Märklin völlig ebenbürtig.
    + grosse Zugkraft bei gutem Auslauf.
    - interessante, aber komplizierte grosse Umschaltung.
    - eigentlich nur ein Manko: Der Zahn der Zeit: Zinkzerfall, Zinkverformungen zerstören Räder/Getriebe. Nicht bei allen Modellen, aber bei (zu) vielen...
    (Doch gibt es im Internet unter Trix-Express Foren, und professionelle Restauratoren für Trix-Express)





    Frankreich um 1955: JEP HO SNCF 2`DO`2 "9101"
    + 5-poliger Motor
    + feine Laufeigenschaften
    + vergelichsweise kleiner Motor, sieht aus wie "richtig".
    + diese grosse markante Lok hat vom Licht über Schleifer bis zum Motor NUR EINEINZIGES EL. KABEL! Man denke da an heutiges Digital; völlig unvorstellbar!
    - Zahn der Zeit, nicht nur der Zink, auch das Kunststoffgehäuse zerfällt zu Staub. Auch hier nicht alle Modelle, aber die grosse Mehrheit ist unrettbar am zerfallen.





    Milodor SBB Re 4/4 I. Schweiz ca. 1949 - 1954.
    die Rarität:
    + 2 Motoren!
    + erstaunlich kompakte modern wirkende Motoren.
    - etwas heikel gegen Überlastung
    - heikle Umschaltung.
    - so gut wie das Innenleben war, das Gehäuse wirkt fast wie Eigenbau.
    - keine Chance gegen Märklin mit seiner RE 800.
    (Aber man muss die Situation gleich nach dem Krieg in dem Fall berücksichtigen, aus dem Minimum an Möglichkeiten das Beste zu ermöglichen)






    Märklin RET 800 (3014) SBB Re 4/4 I 1954 - 1967. Als Ersazteil bis in die 1980-er Jahre, so z.B. beim FCW
    Täuschung in Perfektion
    + sagenhafte Zugkraft, stärker als die viel stärker motorisierte RE 800! Letztere bringt nicht die volle Kraft auf die Schiene.
    + robust bei besten Laufeigenschaften.
    - es ist in Wirklichkeit eine 1`B`1 Lok, keine Drehgestell-Lok
    - komplizierte Beleuchtung, welche bei unvorsichtigem Gehäuse aufsetzen Kurzschlüsse verursacht.
    - Schnittstellen hat sie schon, aber am Gehäuse für Fahrrichtung- und Oberleitungsschalter.
    - heutzutage mässig gute Modellumsetzung.





    Kleinbahn Re 4/4 I Version 1960-er Jahre
    Für kleine Kinder und für grosse Kinder.
    + Feinheit
    + 2 Motoren!
    + sehr leise laufende Motoren.
    + günstiger Preis.
    - zu kurz geraten etwa im Mst 1:90 oder gar noch kleiner?
    - Kabel neigen an den Lötstellen zu brechen. Kann überall passieren, aber bei Kleinbahn am meisten.
    - etwas steife mässig federnde Kontakt-Blechstreifen für die Radstromabnahme
    - Kleinbahn-Loks wollen gefahren werden! Die Motorlager neigen zu Stillstand-Schäden.




    Liliput SBB A 3/5 Dampflok 1960-er bis anfang 1980-er Jahre.
    das erste SBB Dampflok HO Modell. (Buco war zuerst, aber kein wirkliches SBB Modell)
    + günstiger Preis
    + damals masstäbliche Modellausführung.
    - der Motor ist etwas bockig und rauhe Fahriegenschaften, nicht annähernd so robust wie er aussieht. Aber immerhin er läuft.
    + diese Antriebskonfiguration erbringt keine guten Fahreigenschaften, aber es ist ein zeitloser Antrieb.
    Spätere Liliput-Modelle haben viel feinere modernere Fahreigenschaften, aber vielmals laufen bereits nach wenigen Jahren die Zahnräder gänzlich lose auf den Wellen.
    Gut möglich, dass nach weiteren 50 Jahren der alte Antrieb immer noch läuft und die neueren Modelle längstens ganz defekt sind.


    Jetzt ist 24.00 Uhr und darum fertig für heute. Von wegen gut ölen: Der Hanspeter von Kestenholz hat mir Porsche-Diesel mitgegeben, ein Pflümli aus dem Jura, das bringt einem ohne Erkältung durch den Winter...

    Bilder

    • Jouef 1955 BB9003.jpg
    • Trix-Express um 1937.jpg
    • Jep HO.jpg
    • Jep HO Motor.jpg
    • Milodor.jpg
    • MilodorDrehgestell.jpg
    • Märklin RET 800.jpg
    • Märklin RET 800 Rad.jpg
    • Kleinbahn um 1962.jpg
    • Liliput SBB A 3-5.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Ostermayer ()

  • HAG Ae 6/6 Typ 1, ab 1956. (Die unschönen Lötstellen stammen bestimmt nicht von HAG!) // Märklin Krokodil CCS 800 1. Version 1947 SBB Ce 6/8 III. // Märklin 3015 sozusagen die letzte Version vom CCS 800. Hier die Ausführung 30159 von 1996 // Märklin Krokodil 3056 1976-1981 (Kunststoff-Gehäuse) // Märklin Digital Krokodil 39561 Ce 6/8 III Bj. 2002 Leider kann ich derzeit keine vernünftige Satzunterteilung absenden? Egal ob Editor oder Quellcode, es geht nicht? Na denn halt, so bleiben die Vor- und Nachteile der Motorenbeschreibung weg... Ist ja auch viel geschrieben für eine Zeit lang.

    Bilder

    • HAG Ae66 Typ 1.jpg
    • CCS 800 1948.jpg
    • Märklin 3015.jpg
    • Märklin 3015 Motor.jpg
    • Märklin 3056.jpg
    • Märklin Be6-8 2007.jpg
  • auf das Interesse von Papa Tango genaueres zu erfahren: Es betrifft das Rivarossi Model: BLS Re 4/4 168 Grenchen. SK 101-IT3438 > HR2058-38-493 (DC) als Neumodell gekauft. Ich habe damit keine Hermann-Versuche durchgeführt, das wäre dem Hersteller gegenüber unfair, schon fast Betrug, wenn man das Modell zu Leistungen forciert, zu welche es niemals gebaut wurde. (Ich mache das nicht ungern dann und wann mit älteren abgebrauchten völlig wertlosen Loks). Sondern es brannte an einem ganz unspektakulären Gebrauch: Oval auf ebener Fläche mit 3 Roco Wagen bei 12 Volt. Insgesamt hatte ich von diesem Modell einen sehr guten Eindruck! Das Geräusch ist solange sie fährt "wie richtig", vom Fahrverhalten war ich angenehm überrascht, die Beleuchtung gefällt mir super, die Detailierung + Metallgehäuse perfekt. Ursachensuche: Der Digitaldecoder kann es nicht sein, weil es keinen hat. Ob der Defekt ursprünglich plötzlich am Motor begann und das Getriebe in Mitleidenschaft zog, oder umgekehrt, wenn plötzlich irgend ein Teil des Getriebes blockiert und die Lok nicht sofort augenblicklich vom Strom kommt, dann raucht halt der Motor, offenbar recht schnell(!) Was die effektive Brandursache war, d.h. Motor oder Getriebe ist, weiss ich nicht, so oder so beides ist nun defekt. Brennende HO Loks sind ganz extrem selten, ob es ein Rivarossi Spezifischer Defekt ist, oder reiner Zufall, weiss ich derzeit nicht, die Statistik wird es zeigen...