Tele-René (Luzern) gibts nicht mehr

  • Hallo zusammen

    Mit grossem Bedauern musste ich heute zur Kenntnis nehmen, dass René Sigrist, der Inhaber von Tele-René vor mehr als einem Monat verstorben ist. Es waren wenige, aber immer besondere Begegnungen in seinem kuriosen, bis zur Decke vollgestapelten Ladengeschäft an der Obergrundstrasse in Luzern. Ich werde dieses Moba-Original vermissen und hoffe, dass wenigstens sein Internet-Museum ihn noch einige Zeit überlebt.

    Stephan


    Beitrag in "Zentralplus" vom 26.9.2019

  • Dem Rufzeizen nach, muss er auch einer der ersten Funkamateure in der Schweiz gewesen sein, welche eine KW-Funklizenz erhalten haben. :)

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

    Einmal editiert, zuletzt von Richard ()

  • Ich hoffe, das wirkt nicht pietätlos, aber die Amateurfunkgeräte aus seinem Nachlass werden hier verkauft: http://shop.hb9fxu.ch Mit den Blech-/Spielbahnsachen wird dann wohl irgendwann ähnlich umgegangen.

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Falls niemand von seinen Familienangehörigen die Sammlung behalten oder gar weiterführen will? Falls ein Verkauf im Vordergrund steht: ich würde die sehr interessante wie auch umfangreiche Blech-Sammlung unbedingt über ein Auktionshaus öffentlich versteigern lassen!


    Zwar entstehen dem Einlieferern dadurch überschaubare Kosten in Form von Gebühren, dafür muss der Auftraggeber sich nicht darum kümmern und wichtiger, alle potentiellen Kunden haben die gleichen Chancen. Niemand kann dann sagen, ach das hätte ich auch gewollt, ich wusste nichts davon. Nicht dass die Angehörigen einerseits auf einem Berg finanziell wertloser Sachen sitzen bleiben und die Raritäten (von denen gibt es ausgesprochen viele!) sich in nichts auflösen. Ohnehin ist die finanziell korrekte Einordnung der Objekte schwieriger als auch schon, es nützt nichts wenn in einem Katalog ein wunderbarer Preis angegeben ist, wenn niemand da ist, welcher dies zu zahlen bereit ist. Anderseits suchen Sammler nach wie vor teure begehrte Raritäten... All dies spricht für eine richtige(!) klassische Auktion.


    Für wirklich gute gesuchte Raritäten werden auch weiterhin Sammlerpreise, teilweise Spitzenpreise bezahlt und demzufolge wird nach wie vor gesammelt. Bis man irgend wann mal selber an der Reihe ist und an der Wärme Kohlen schaufelt, oder ganz oben der Marie Laforet beim Singen zuhört. Falls man dann überhaupt noch etwas denkt(!), wundert man sich vielleicht über seine Prioritäten, dass es sooo wichtig war, ob jetzt ein HAG SBB Leichtstahlwagen grün, rot oder blau ist. Aber solange man lebt, ist es halt eben wichtig.


    Gruss

    Hermann

  • Falls niemand von seinen Familienangehörigen die Sammlung behalten oder gar weiterführen will? Falls ein Verkauf im Vordergrund steht: ich würde die sehr interessante wie auch umfangreiche Blech-Sammlung unbedingt über ein Auktionshaus öffentlich versteigern lassen!

    Lieber Hermann

    Ich kenne Tele-Renés persönliche Verhältnisse überhaupt nicht. Selber würde ich meine Familienangehörigen nicht mit einer solch speziellen Sammlung belasten.

    Je nach Zielsetzung der Erben würde ich lediglich die Top-Stücke (20%) ins Auktionshaus geben. Die "Dutzendware" (80%) findet über andere Kanäle (spezialisierte Foren, Website-Verkauf analog Funkgerätschaften, persönliche Connections, Auktionsplattformen) eher Abnehmer und erzielen marktgerechte Preise. Klar, ist mit mehr Aufwand verbunden...

    Beste Grüsse

    Stephan

  • Lieber Stephan,

    es kommt wie es kommt. Auch ich möchte meine Beiträge nicht so verstanden wissen, dass Familienangehörige irgend etwas tun müssten, nur weil ich mich hier im Forum zu diesem Thema melde. Jeder rechtmässige Besitzer kann mit (s)einer Ware tun, was ihm beliebt. Und ja, tatsächlich empfinden heutzutage oftmals Angehörige sich mit einem Nachlass abgeben, als ein müssen, da der Bezug nicht das Sammler-Thema, sondern die Verwandschaft des Sammlers ist.


    Gerade darum, ist ein Auktionshaus eine gute Methode, welches vielen Anliegen gerecht wird. Es müssen vom Einlieferer allenfalls Schwellenängste überwunden werden. Jedoch viel zu viel habe ich in den letzten Jahren am Rande an Börsen mit bekommen, dass die besten Stücke unwissend viel zu billig an nicht anwesende "Händler" abgegeben wurden, und DANACH versucht wurde, viel Ware aber ohne Relevanz, an Händler und Auktionshäuser abzugeben. Immer mit der Angst, übervorteilt zu werden und zu kurz zu kommen. Heute ist es eher umgekehrt, oft muss der Händler aufpassen, dass er nicht übervorteilt wird!! Ein Händler ist ein Händler, kein Aladin Wunsch-Zauberer.


    Umgekehrt finde ich es nichts als fair, wenn der Händler oder Auktionshaus sich halt auch mit Massenware abgeben und herumschlagen muss, unter der Bedingung, dass er auch die guten Stücke bekommt. Ein Profi wird, ggf. auch mit seinem Team, mit den grössten Sammlung fertig werden, das ist deren Job!!


    "Top Stücke" ... da beginnt es ja bereits: welche Kriterien muss eine Lok erfüllen, um in den Kreis der Top Objekte aufgenommen zu werden? Was macht ein gutes Modell aus?

    Frage mich und z.B. Erwin danach und Du wirst 2 völlig verschiedene Antworten bekommen! Beides sind langjährige Sammler... mit gleichberechtigten unterschiedlichen Philosophien / Ansichten. Heikler sind Berater, welche vielleicht gut gemeint helfen wollen und zu hohe, nicht mehr marktkonforme Preise festlegen, aber selber nichts mehr zu diesen Konditionen kaufen wollen. Das nützt dann auch nichts mehr und schaft nur neue Verunsicherung.


    Dass eine Auktion halbwegs rentiert, sollten schon CHF 150`000.- Umsatz zusammen kommen, - mindestens. Das dürfte in dem Fall locker erreichbar sein. Aber dann kann man als Auftraggeber auch erwarten, dass sich das Auktionshaus mit Kleinkram abgibt, im Sinne einer Dienstleistung. Ein Auktionshaus soll weder Rosinenpickerei betreiben (das dürfen deren Kunden!), noch Feuerwehr in der Restenverwertung sein müssen, das wäre eine gewisse Zumutung und vergebens. Ein Auktionshaus soll eine Dienstleistung erbringen und erfüllen.


    Vorausgesetzt die Reichweite vom Auktionshaus ist gross und weit genug, ist es immer noch eine sehr gute Methode, komplexe Sammlungen an den Mann zu bringen. Es gibt Sammler, welche an einer 100 jährigen Löwenstein Rarität vorüber laufen und keine CHF 100.- dafür bezahlen würden, oder lieber schlicht nicht annehmen, da sie daran nichts interessantes erkennen können. Jedoch in Begeisterung geraten, wenn an einem Messing Modell alles bis zum kleinsten Detail nachgebildet ist. Es gibt auch Sammler, welche ganz freudig durch ganz Europa und in die USA reisen, für eine einzige Löwenstein Lok! Löwenstein ist der Mount Everest, unter Schweizer Blech-Sammlern, darüber hinaus gibt es nichts mehr. Es gibt kaum eine bessere Alternative zur Auktion, wie man so unterschiedliche Sammler Gebiete wie aktuelles Märklin H0, 70 jährige Yjbby, 100 Jährige Löwenstein Spur I und 40-50 jährige Liliput H0 sinnvoll unter die Leute bringt.


    Auch gut, zwar nicht für das Auktionshaus, aber für das langfristige Preis Niveau, wenn gar nicht erst verkauft wird! Aufräumen und die Sammlung weiter führen? Ist wohl mehrheitlich Wunschdenken. Bei den nachfolgenden Generationen hat es ab und zu tatsächlich Leute, welche die Sammlung weiter betreiben, doch das sind eher die Ausnahmen. Würde jeder verkaufen, dann wird man in 50 - 100 Jahren dafür bezahlen müssen, dass jemand die Sammlung überhaupt entsorgt. Das ist in unseren Sammler-Augen, als würden Goldbarren entsorgt.


    Mein Votum ist die frühere Erfahrung und ehrliche Meinung. Ich habe mit dem bestehenden Auktionshaus seit dem 01.01.2008 keinerlei geschäftlich Beziehungen, oder Einfluss mehr. Ich bin dort jedoch Kunde, wenn es was hat, was mich als Sammler interessiert. Es soll auch nicht abwertend auf die bestehenden Händler gemeint sein. Die können Sammlungen unkompliziert abkaufen, der Auftraggeber bekommt sofort das Geld. Aber ein Händler wird den Spagat von Fine-Scale und Tin-Plate weniger gut lösen können, als eine Auktion. Der Händler MUSS kalkulieren, wie viel er dafür zu bezahlen bereit ist, ohne dass er drauflegt. Der Auktionator bekommt Gebühren für seine Arbeit, aber er ist nie der Besitzer der Ware, es ist ein reines Kommissonsgeschäft. Auktion = es gibt was es gibt, wie an der Wall Street. Beide Systeme Ankauf/Verkauf und Kommission haben ihre Vor- und Nachteile.


    Gruss

    Hermann