Irritierendes Editorial im Eisenbahn-Amateur 2/2019

  • Hallo zusammen
    Ich halte die aktuelle Ausgabe des EA in der Hand und frage mich, wie es mit der beliebten Fachzeitschrift, welche sich im 73. Jahrgang befindet, weitergeht. ;(
    Im Namen fünfer Redaktoren schreibt Marcel Broennle von "äusseren Umständen, welche Entscheidungen beschleunigen" und dass "die Verantwortung für die weitere Herausgabe des EA in andere Hände gelegt wird". Zu Beginn des Textes schreibt Broennle (Zitat): "Freude und Motivation sind wertvolle Bestandteile unseres Lebens, sowohl im Beruf wie auch in der Freizeit. Das Konzept der Produktion des EA beruht ausschliessllich auf der ehrenamtlichen Arbeit der Redaktoren mit engen Terminvorgaben. Es fuunktioniert nur, wenn sich alle Beteiligten zielorientiert gegenseitig in freundschaftlicher Zusammenarbeit in allen Produktionsphasen unterstützen."
    Verabschiedet werden die Herren Marcel Broennle, Hans Hug, Martin Gut, Andreas Zingg und Heinz Russenberger. Begleitet wird das Editorial "In eigener Sache" von einem Prellbock-Bild samt Erdungsstange mit geerdeter Fahrleitung.
    Das tönt alles ziemlich düster, zumal nicht bekannt ist, wie bzw. mit wem es weitergehen soll. Hat jemand mehr Information zur Zukunft des EA?!?
    Beste Grüsse
    Stephan

  • Hinter den Kulissen kocht es ganz schön. Beide Seiten (Verbandsvorstand und Redaktion) decken sich gegenseitig mit Vorwürfen ein. Die in Kürze anstehende DV wird sicher etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Der Verbandsvorstand behauptet die Weiterführung des EA sei sichergestellt (auch wenn das nur schwer vorstellbar ist wenn 2/3 der Redaktion ihre Arbeit niederlegen). Aber wir werden in Ausgabe 3/19 sicher in den Genuss eines traditionell unvollständigen, düsteren und pessimistischen Messeberichts kommen. ;-)

  • Ich habe ziemlich viele Infos und werde mich in den nächsten Tagen auf meiner persönlichen Website mit einem deutlichen "Offenen Brief" zur Angelegenheit äussern, um nicht das Forum damit zu belasten. :cursing:


    Vielleicht vorausgeschickt das Folgende, da das wohl nicht überall bekannt ist: Ich war während über 48 Jahren Mitarbeiter des EA, in den ersten Jahren "nur" als Fotolieferant, dann als redaktioneller Mitarbeiter vor allem im Fotosektor und für das "Neues in Kürze". Seit Mitte der 1980er Jahre bis zu meinem Rücktritt aus Protest und Solidarität heute Morgen (!) war ich einerseits als "Verbandsjurist" für den Schweizerischen Verband Eisenbahn Amateur (SVEA) tätig, anderseits las ich jede einzelne Nummer vor dem Erscheinen als Korrektor im Hintergrund durch.


    Marcel Broennle und Hans Hug kenne und schätze ich seit einer halben Ewigkeit, und Heinz Russenberger brauche ich in diesem Forum auch kaum vorzustellen. Andreas Zingg wiederum leistete die ganze Knochenarbeit für den USB-Stick mit fast allen Ausgaben seit 1947 - eine von vielen Käufern geschätzte Dienstleistung, die dem SVEA willkommenes Geld in die Kasse gespült hat.


    Dass solche Leute von einer kleinen Gruppe sesselklebender und tatteriger Verwaltungsfunktionäre "weggemobbt" werden (Achtung: nur meine Meinung, die nicht mit derjenigen anderer Leute übereinstimmen muss ;) ), ist schlicht eine Sauerei, die vor allem der in ehrenamtlicher Arbeit produzierten Zeitschrift, letztlich aber auch den dahinter stehenden Klubs nur schaden wird.


    Absolut nur zum ;(;(;( !

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • An die Vereinspräsidenten der angeschlossenen Clubs wurde ein ziemlich umfangreiches Schreiben versandt. Die Stimmung ist offensichtlich mehr als nur im Keller, das Redaktionsteam des EA fordert die Absetzung der von Unholz als "tatterig" beschriebenen Verwaltungsfunktionäre.


    Ich kann die Situation als Aussenstehender nicht beurteilen und kenne die Argumente des Vorstandes (Gegenseite) nicht. Es ist allerdings augenscheinlich, dass sich der SVEA dringend modernisieren muss, weshalb ich auch ohne vollständige Faktenlage mit dem EA Team sympathisiere.


    So oder so sind mir mehrere Vereine bekannt, die einen Austritt aus dem SVEA in Erwägung ziehen, respektive bereits mehrfach über einen Verbleib im abgestimmt haben. Aus eigener Erfahrung ist die am Beginn komfortable Mehrheit für den Verbleib schwindend. Sofern sich der Vorstand eine Trutzburg bauen möchte, könnte das durchaus der Anfang vom Ende des SVEA sein.


    Nachtrag: Die Mitglieder der etlichen Modellbahnclubs, denen etwas am SVEA liegt, könnten das Heft durchaus in die Hand nehmen, indem sie an der Delegiertenversammlung auftauchen. Nebenbei könnte dort der Altersdurchschnitt von geschätzt 85 Jahren etwas gesenkt werden, für Veränderungen im SVEA sicher auch kein Nachteil. ;)

  • Olympioniker : Genialer Beitrag, herzlichen Dank! :thumbsup:


    Ich teile deine Meinung voll, dass unter den Klubs (vor allem denen mit jüngeren Mitgliedern!) für die Teilnahme an der DV mobilisiert werden muss. Normalerweise ist das eine absolut einschläfernde Abnick-Veranstaltung (entfernt vergleichbar mit dem Parteitag der KP von China - sorry), bei der die ersten 50 Minuten für sogenannte Grussadressen von Lokalpolitikern und ausländischen Verbandsbürokraten reserviert sind.


    Und eine grosse Bitte zum schnellen Weiterverbreiten innerhalb der Klubs: Anträge an die diesjährige DV (zum Beispiel Anträge auf Absetzung des Präsidenten usw. :D8) ) sind spätestens bis zum 26. Februar 2019 (eintreffend) an den SVEA-Präsidenten zu senden (Monsieur Urban Rüegger, Chemin des Arnoux 17, 1867 Ollon).


    Es eilt also, zumal bis dann wohl viele in den Sportferien weilen.

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • So, ich habe hier Dampf abgelassen: https://www.stefanunholz.ch/page2/info.html Es ist mir durchaus bewusst, dass ich mir damit wieder einmal ein paar Feinde mehr schaffe, aber das ist ja nichts Neues... :D


    Wieso derart unnötige Auseinandersetzungen nicht - nach allseitiger Abkühlung - einer halbwegs befriedigenden Lösung zugeführt werden können, ist mir einfach ein Rätsel. :whistling::wacko:

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Ich verstehe nur das Vorgehen nicht so ganz. Jetzt ist die Redaktion und auch der Verbandsjurist bereits weg. Also nützt auch ein Aufräumen an der Verbandsspitze nichts mehr. Die Leute kommen ja deswegen nicht zurück.


    Wäre es nicht besser gewesen, dem Verband mitzuteilen, unter welchen Voraussetzungen die Redaktion und der Verbandsjurist bereit sind, ihre Tätigkeiten fortzuführen und allfällige Entscheide in dieser Richtung an der DV abzuwarten und dann die angekündigten Schritte zu tätigen?


    Welche inhaltlichen Punkte tragen denn zu diesen tiefgreifenden Unstimmigkeiten bei? Geht es um unterschiedliche Auffassungen bezüglich strategischer oder inhaltlicher Ausrichtung des EA? Geht es um Fragen zur Erscheinungsform (digital?) des EA?

  • Ich verstehe nur das Vorgehen nicht so ganz. Jetzt ist die Redaktion und auch der Verbandsjurist bereits weg. Also nützt auch ein Aufräumen an der Verbandsspitze nichts mehr. Die Leute kommen ja deswegen nicht zurück.


    Doch, wenn das Umfeld wieder stimmen würde, wäre das durchaus eine Möglichkeit. Das heisst: wenn dasjenige Trio an der Verbandsspitze abgelöst würde, das den ganzen, eigentlich unnötigen Aufruhr mitzuverantworten hat, könnte sich das jetzt abgedampfte Team durchaus vorstellen, die Arbeit weiterzuführen.


    Zitat

    Wäre es nicht besser gewesen, dem Verband mitzuteilen, unter welchen Voraussetzungen die Redaktion und der Verbandsjurist bereit sind, ihre Tätigkeiten fortzuführen und allfällige Entscheide in dieser Richtung an der DV abzuwarten und dann die angekündigten Schritte zu tätigen?


    Das hat man offenbar zuvor monatelang gemacht bzw. wenigstens versucht, aber eben... :huh:


    Ich selber wurde übrigens erst am 20. Dezember 2018 erstmals auf den Konflikt aufmerksam gemacht und konnte nur noch versuchen, mässigend/moderierend/juristisch beratend einzuwirken. Aber der Scherbenhaufen lag bereits in voller Grösse da. :|


    Zitat

    Welche inhaltlichen Punkte tragen denn zu diesen tiefgreifenden Unstimmigkeiten bei? Geht es um unterschiedliche Auffassungen bezüglich strategischer oder inhaltlicher Ausrichtung des EA? Geht es um Fragen zur Erscheinungsform (digital?) des EA?


    Das wäre ja schön, wenn es so wäre... :love: Über alle diese Themen würde es sich nämlich wirklich lohnen, sich Gedanken zu machen, konstruktiv zu diskutieren, neue Ideen einzubringen, die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen und und und! Der USB-Archivstick war ein erstes gutes Zeichen für eine solche Öffnung, aber auch der Blog auf der EA-Website.


    Aber nein: stattdessen geht es - soweit ich das als relativ Aussenstehender beurteilen kann (siehe oben) - fast nur um Zwischenmenschliches, um "Chemiefragen", um missglückte Kommunikation und Ähnliches. Klar: so richtig aus dem Leben gegriffen, wie wir es alle kennen, aber doch kein Grund, den SVEA/EA-Kahn mit voller Kraft direkt auf den Eisberg zuzusteuern. :thumbdown:


    Immerhin: Einzelne Akteure scheinen jetzt langsam einzusehen, dass es so nur Verlierer geben kann. Und sogar ich habe ein ganz nettes Mail von unerwarteter Seite bekommen... :)

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • sesselklebender und tatteriger Verwaltungsfunktionäre


    Sind vermutlich solche "Gestalten", die durch ihr Auftreten Junge Leute vom Hobby "Eisenbahn" fernhalten? ?(


    Ich hole jetzt etwas aus 8)


    Um den EA wäre es schade.
    Es ist immer noch die einzige Zeitschrift, die in Kurzform die Monatlichen Ereignisse der Eisenbahn überliefert.
    Toll war übrigens der mehrseitige Bericht im EA 12. 2018, über die Werkbahnen der Uetikon- Chemie :thumbsup:
    Solche Berichte waren in den EA`s bis ins Jahr 1980 Monatlich üblich.
    War doch bis 1980 der EA, neben dem SBB- Nachrichtenbatt, die einzige Eisenbahnzeitschrift der Schweiz.
    Klar, der EA wurde eigentlich von den gleichen "Machern" wie das SBB- Nachrichten "gemacht".
    Es waren Leute, wie Winter, Amstein, Rutschmann u.a., die dahinter steckten und eben auch Eisenbahner mit Herzblut.
    Leider wurden diese, infolge gewisser "Umstrukturierungen" nicht mehr gefragt und in den Ruhestand geschickt.
    Es wurden plötzlich "Betriebswirtschafter" und ähnliche Personen verlangt, Eisenbahner mit Herz waren nicht mehr gefragt.
    Dies infolge der vielen Roten Zahlen der SBB, die infolge der Rezession von 1977 auftraten und nie mehr weg gehen wollten.
    Wer erinnert sich noch an die jährlichen Debatten im Parlement, weil die SBB jährlich hunderte von Millionen Defizit verursachte.
    Jeder meinte, er wisse am besten, was zu machen ist.
    Parlementarier, die durch ihre Firmen sehr viel Geld an der SBB verdienten, waren die grössten Kritiker der SBB.
    Berichte und Kommissionen über die SBB folgten nacheinander.
    Wer erinnert sich noch an den "Bericht 77"?
    Fast ein Kahlschlag bei den SBB- Linien, so sei die Linie Ziegelbrücke- Linthal stillzulegen.
    Gut, die Defizite sind bis heute geblieben, werden aber durch die Post- und Bahnreform ( EU- Richtlinie von 1994), anders verrechnet.


    Zurück zu den Bahnzeitschriften:
    So erschienen in der kleinen Schweiz ab 1980 vermehrt andere Bahnzeitschriften, der Kuchen wurde nicht grösser, nur anders verteilt.
    Die Eisenbahnfreunde wurden auch weniger, weil die Auswahl von Hobbys und Interessen grösser wurden.

  • Um den EA wäre es schade.


    Das finde ich auch.


    Deshalb lohnt es sich, dass sich jede/r im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten für den Fortbestand des EA einsetzt. Beim Präsidenten meines Modellbahn-Klubs EACS habe ich deshalb - in Unkenntnis von Traktanden der Delegiertenversammlung vom 26. April 2019 (die wohl auch noch nicht publik sind...) - einen "strategischen" Antrag zu Handen der nächsten Hauptversammlung eingereicht. Natürlich hoffe ich, dass dem Antrag stattgegeben wird und die Delegierten ihr Stimmrecht so wahrnehmen, dass die Zukunft des Verbandes und seines Organs nachhaltig gesichert ist. Der Antrag zu Handen der GV des Eisenbahn-Amateur-Clubs Sarganserland hat folgenden Wortlaut:


    Die an die DV delegierten Mitglieder des EACS haben ihr Stimmrecht so wahrzunehmen, dass die Zukunft des Schweizerischen Verbands Eisenbahn-Amateur und seines Organs «Eisenbahn-Amateur» gesichert ist. Sie haben mit ihrem Stimmverhalten an der DV deeskalierend zu wirken. Für den «Eisenbahn-Amateur» ist eine Lösung anzustreben, welche die im Unfrieden zurückgetretenen Redaktions-Mitglieder rehabilitiert und wieder in die Redaktions-Kommission integriert. Gelingt dies nicht, ist dem Verbandsvorstand die Décharge zu verweigern und konsequent zu Gunsten einer neuen personellen Lösung im Vorstand zu votieren.


    Um konkreter intervenieren zu können, fehlen mir - wie wohl den meisten Klubs bzw. ihren Mitgliedern - detaillierte Informationen. Wär natürlich ideal, wir würden sie aus erster Hand erfahren. Ich fordere die in den Konflikt involvierten Parteien deshalb auf, im Interesse unseres gemeinsamen Hobbys sachlich und in geeigneter Form zu informieren. Alles, was unter den Teppich gekehrt wird, kommt irgendwann wieder zum Vorschein...


    Beste Grüsse
    Stephan

  • Lieber Stephan, du hast natürlich absolut recht: Man müsste auch den Standpunkt des SVEA-Vorstands bzw. dessen konkrete Vorwürfe an die "abgeschossenen" Redaktoren kennen. Sollte sich herausstellen, dass einer von ihnen die Kasse geplündert, eingesandte Beiträge gefälscht oder sonst etwas Schwerwiegendes getan hat, dann könnte man vielleicht mehr Verständnis für das Kesseltreiben aufbringen.


    Aber wenn ich dieses recht aktuelle Rundschreiben so lese, erfahre ich eigentlich nichts dergleichen: ?(

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Um den EA wäre es schade.
    -


    Na ja.
    -
    Nach vorstehenden Beiträgen und nachdem gestern schlussendlich der neueste EA auch bei mir angekommen ist, stellen sich einige Fragen:
    1. Das Abo kostet je nach Wechselkurs ca. 110,-€ und damit erheblich mehr als EK, eisenbahn-magazin etc..
    Das Heft hat reichlich bezahlte Werbung, die Redaktion arbeitet umsonst. Die Redakteure der anderen genannten Hefte machen bezahlte Arbeit.
    Da muss also jede Menge Geld übrig bleiben.


    Konkrete Frage: Was geschieht mit dem Geld?


    2. Inhaltlich ist vieles auf einem Niveau, dass ich mich öfter frage: Dafür gebe ich Geld aus?
    In Rede stehendes Heft 2 unterstreicht dies noch:


    - Ein Bastelbeitrag über Signale auf dem Niveau von 1965 - nein, anspruchsloser, solche Banalitäten gab es damals nicht. Der Urheber, Herr Russenberger, kann hier gern mal Nachhilfe zu diesem Thema erhalten. Hanebüchen die Anmerkungen zu Kupferlackdrähten, irrwitzig die Preisangaben zu Elektronikbauteilen, absolut weltfremd die Ausführungsqualität der gezeigten Bastelergebnisse, insbesondere der dilletantischen Bemalung.


    - Ein seitenlanger Beitrag über spielzeughafte, aber "grosse" N- Anlagen eines Herrn Gehringer. In ganz alten EA Heften wären das Beispiele dazu, wie man es nicht machen sollte. Einfach nur lächerlich das Bild auf Seite 81 unten "Kamblyzug" mit Oberleitungsausleger nach oben (über dem ersten Waggon), riesenlangem Tragwerk ohne Sinn und Zweck. Oder das Bild darüber mit seinen abgelösten Grasmatten. Haben die alle einen Knick in der Optik?
    Seitenlang also Füllstoff.


    - Von den üblichen Vereinsseiten mit Nachrufen mal abgesehen - aber die gab es schon immer, die habe ich also schon immer mitgekauft.


    3. Warum muss solch ein teures Druckelaborat der Firma Bühler im Neuzustand so ausdünsten? Tun andere Hefte (s.o.) auch nicht.Mit anderen Worten: Das notabene kantönligeischt atmende Vereinsblatt stinkt zum Himmel, technisch wie inhaltlich.


    Nach obiger Diskussion und diesen teuer bezahlten Nabelschaubeiträgen stehe ich vor der Frage, ob ich das gerade erneuerte Abo nicht fristlos kündigen soll. Oder unterbrechen mit der Massgabe, erst mal den senilen Saustall auszumisten, der ja offensichtlich gewaltig auf das Niveau drückt.? ? ?

  • Hallo Muni271
    Du hast recht, es kann jeder mit seinem hart verdienten Ged mahen, was er will. Und ob du weiterhin in den EA invesiteren willst musst du selbst entscheiden. Auch ich finde nicht immer alle Artikel gleich toll, bin aber vielleicht in bisschen toleranter als du. Das ist vermutlich ein Teil des derzeitigen EA-Problems, dass das Heft einerseits Publikationsorgan des Verbandes sein und auch einem anspruchsvollen Modellbahner wie dir gerecht werden muss. Dem Rundschreiben des SVEA-Präsidenten entnehme ich, dass Mitglieder für die Redaktions-Kommission gesucht werden. Wär das nicht ein Job für dich? Dann könnten wir uns monatlich nicht nur auf ein gutes, sondern ein perfektes Heft freuen. Einfach bei U. Rüegger melden... :D
    Beste Grüsse
    Stephan

  • Der Vergleich mit den deutschen Mitbewerbern hinkt ganz gewaltig. Die Produktions- und Vertriebskosten sind in Deutschland einiges tiefer als in der Schweiz. Das beginnt schon bei den Kosten für die Postzustellung und den Einkauf des Papiers. Ferner profitieren die deutschen Magazine von ganz anderen Skaleneffekten, der Markt ist grob geschätzt ca. um Faktor 10 grösser. Die bezahlten Arbeitsstunden der Redakteure lassen sich damit ganz anders umlegen und fallen pro Heft deutlich weniger ins Gewicht.


    Die Gewinnspanne beim EA dürfte somit nicht riesig sein. Wenn die Redakteure ein marktübliches Honorar erhielten, wäre der Preis ganz sicher höher.

  • Meine zwei Rappen zum Thema:
    Oben wird das Preis-/Leistungsverhältnis erwähnt: Kurz zusammengegoogelt hat der EK eine Auflage von 32`000 bis 38`000 Stück, der EA 9000, womit wir schon mal bei einem Faktor 4 sind.
    Der EA hat ein Alleinstellungsmerkmal bei den Wagendokumentationen verschiedener Autoren. Auf diesem Gebiet ist die Publikationslage sonst nur sehr lückenhaft. Würde dies wegfallen, wäre das aus meiner Sicht der grösste Verlust.
    Den Modellteil finde ich nicht überragend. Handwerklich schwache Präsentationen haben allerdings in der Schweiz grosse Tradition, man denke an die Hoekstra-Basteleien in der Loki anno seelig.
    Ich bin nicht sicher, ob Muni den Zusammenhang gesehen hat, aber der angesprochene Heinz Russenberger ist gerade einer der Zurückgetretenen. Soll jetzt die Qualität steigen oder wie ist das zu verstehen?
    Ich finde übrigens den Vorbildteil dieses Autors sehr interessant, der Modellteil hat zugegebenermassen Verbesserungspotential.

  • Technisch dürfte die Kritik von Muni 271 zutreffen, sein Urteil empfinde ich dennoch masslos überzogen. Es heisst Eisenbahn AMATEUR, nicht ETH Modellbau Organ, oder Akademische Prüfungsstelle welche die Erlaubnis zum Basteln erteilt. Auf verschiedensten Gebieten werden die Ansprüche dermassen künstlich in die Höhe getrieben, das ist nicht mehr gesund und führt genau zum Gegenteil: Nämlich dass sich viel zu viele Leute nicht mehr getrauen, nur aus Angst vor Misserfolg, einfach mal auf gut Glück zu basteln, auf das Risiko hin, dass es misslingt. Leute welche den Muni 271 Ansprüchen genügen, konsultieren bestimmt keinen EA, sondern führen aus, was sie wollen.


    Der EA will, so wie ich ihn auffasste, einfach in erster Linie Mut machen... und braucht jetzt selber Mut. Auffallend ist schon, "früher" gab es den EA an JEDEM besseren Kiosk, so auch an vielen Bahnhöfen. Seit einiger Zeit heisst es: ja gerne auf Bestellung. Oder es hat noch 1-3 Hefte November Ausgaben jetzt im Februar, oder ist gar gänzlich aus dem Sortiment verschwunden und die (neue) Verkäuferin fragt: Eisenbahn Amateur, was ist das? hatten sie den bei uns gekauft? Mit einem personellen Streit alleine lässt sich die Situation als Ganzes nicht erklären, auch der EA wird vom Strukturwandel erfasst.


    Stefan Unholz wünsche ich alles Gute, Durchhaltevermögen und Verhandlungsgeschick, beim retten was noch zu retten ist. Aber ich kann auch verstehen, wenn sich Stefan und die anderen "Macher" endgültig zurück ziehen. Man will nicht gerne schuld sein, für etwas, für was man nichts dafür kann.

    Gruss
    Hermann

  • Technisch dürfte die Kritik von Muni 271 zutreffen, sein Urteil empfinde ich dennoch masslos überzogen. Es heisst Eisenbahn AMATEUR, nicht ETH Modellbau Organ, oder Akademische Prüfungsstelle welche die Erlaubnis zum Basteln erteilt. Auf verschiedensten Gebieten werden die Ansprüche dermassen künstlich in die Höhe getrieben, das ist nicht mehr gesund und führt genau zum Gegenteil: Nämlich dass sich viel zu viele Leute nicht mehr getrauen, nur aus Angst vor Misserfolg, einfach mal auf gut Glück zu basteln, auf das Risiko hin, dass es misslingt. Leute welche den Muni 271 Ansprüchen genügen, konsultieren bestimmt keinen EA, sondern führen aus, was sie wollen.


    . . .


    Der EA heisst Eisenbahn- Amateur, weil er das offizielle Organ des SVEA ist. "Amateur" in beiden Fällen zur Abgrenzung von den professionellen Eisenbahnern, nicht zur Differenzierung eines Qualitätslevels.


    Nein, hier werden keine Ansprüche in die Höhe getrieben. Sondern es wird moniert, mit wie wenig manche zufrieden sind. Was allein ihre Sache wäre, wenn sie damit nicht in die Öffentlichkeit gebracht würden.


    Der Anspruch des EA war eben einmal höher, was ich völlig normal fand und finde. Dazu greife ich gern zurück bis zu den Heften aus den 60er Jahren, die ich schon als Jugendlicher abonniert hatte - durchgängig bis heute. Primär zur Info über das Eisenbahngeschehen in der Schweiz, sekundär aber auch wg. Bauzeichnungen mit Massangaben zu Loks, Gebäuden, Oberleitungsmasten, Depotzuteilungen usw.
    Von diesen unter "sekundär" genannten Dingen gibt es heute rein gar nichts mehr. Aber reine Lückenfüller wie die von mir beanstandeten Beiträge. Ob das an der in Rede stehenden Gängelei der alten Redaktion verbunden mit zwangsläufiger Lustlosigkeit liegt, kann ich nicht beurteilen, wäre aber denkbar.


    Ich hätte einen Vorschlag an die (neue) Redaktion: Einfach mal in alten Heften nachlesen und einiges wieder auflegen. Da gäbe es genug wertvolles, was die mittlere bis junge Generation nicht kennt, wofür sie sich aber "etwas kaufen" könnte.

  • Dazu greife ich gern zurück bis zu den Heften aus den 60er Jahren, die ich schon als Jugendlicher abonniert hatte - durchgängig bis heute. Primär zur Info über das Eisenbahngeschehen in der Schweiz, sekundär aber auch wg. Bauzeichnungen mit Massangaben zu Loks, Gebäuden, Oberleitungsmasten, Depotzuteilungen usw.


    Manchmal ist es durchaus hilfreich, einen solchen Erinnerungsanstoss zu bekommen. :thumbsup: Stimmt, ich wurde etwa zur gleichen Zeit (1967) EA-Abonnent, und die sogenannte Typenskizzen-Sammlung in Heftmitte war damals ein fester und nützlicher Bestandteil - siehe beispielsweise das Inhaltsverzeichnis 1968:


    Zum Ausdruck "AMATEUR" ist vielleicht nachzutragen, dass er bei der Gründung der Zeitschrift tatsächlich weniger mit abwertenden Synonymen wie "Dilettant/Laie/Stümper" in Verbindung gebracht wurde, sondern eher wörtlich mit "Liebhaber".

    Mit Forumistengruss, Stefan

    _____________________________


    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Die Beweggründe und Argumentation von Muni 271 sind nachvollziehbar und schlüssig, aber wo liegt denn das Problem? Dann würde ja die Lösung auf der Hand liegen: bringt anspruchsvollere Beiträge und alles wäre gut? Ich mag nicht so recht daran glauben, dass das allein genügen würde.


    Es ist zwar nicht der EA, sondern hier im HAG-Forum schreibt jemand: "ich bin erschüttert oder dumm", Ich kenne diesen Forumisten nicht, wage aber mal blind zu behaupten, dass dieser Herr weder dumm noch erschüttert ist, sondern hat einfach nur Angst einen Fehler zu begehen und/oder etwas kaputt zu machen, als wäre das schlimm. Der Eisenbahn Amateur ist in der frühen Nachkriegszeit entstanden, eine komplett andere Zeit als heute. Von den Könnern allein à la Muni 271 wird der EA nicht überleben können. Von Anfängern allein natürlich noch weniger.


    Der Eisenbahn Amateuer wollte und will es ALLEN recht machen, das ist seine grösste Stärke und heutzutage sein grösster Schwachpunkt. Diese Philosophie wird heutzutage nicht mehr so selbstverständlich mitgetragen. Es bedeutet, dass nicht jeder immer auf seine volle Rechnung kommt, aber trotzdem das ganze Heft bezahlen muss.


    Gruss
    Hermann