HAG Classic - Eem 923 Antriebsprobleme

  • Ich habe immer noch etwas Mühe, die ganze Problematik zu verstehen. Da meine Lok bis jetzt aber problemlos funktioniert, habe ich sehr grosse Hemmumgungen, sie einfach so zu zerlegen, zumal dies offenbar eine ziemliche Fummelei ist.

    Wenn ich einen Schneckenantrieb konstruiere, dann muss zwischen Schnecke und Zahnrad ein dünnes Seidenpapier durchlaufen können, es muss ein wenig Spiel vorhanden sein. Wenn, wie oben, beschrieben wird, dass Zahnräder kaputt gehen, weil die Schnecke durch die Last des Gehäuses auf das Zahnrad drückt, dann ist die Konstruktion wohl grundsätzlich falsch.

    Vielleicht müsste einmal jemand bei sb-Modellbau anklopfen (https://sb-modellbau.com/). Diese Firma ist sehr kompetent im Entwickeln von alternativen Antrieben mit Glockenankermotoren. Ev. kann so ein nachhaltiger Ersatz gefunden werden. Wird sicher nicht ganz billig, meine Antriebe von dieser Firma haben sich aber ausnamslos bewährt.


    Freundliche Grüsse

    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Hallo Ihr Lieben.


    Oha da ist was zum Lesen. ein Thema wo mich auch betrifft.


    Also bei mir sind drei solche HAG Classic Loks und letztes Jahr hatte die BLS E/e 922 dieses Problem und die beiden anderen liefen ordentlich.

    Nun habe ich bei Herr Schoch um Ersatz-Zahnräder (Rote Farbe) angefragt und diese auch gratis bekommen.

    Er sagte mir ich müsse die Zahnräder auf ca 60°C wärmen und dann auf die Achse pressen.

    Ich habe die Zahnräder mit einer Rundfeile etwas ausgerieben und so dann montiert.

    Schmieren und salben das machte ich mit dem guten alten HAG Öl.

    Der Unterschied ist enorm zu der Revidierten Lok und der noch nicht gemachten.


    Nun dieses Jahr im Frühling bewegte ich wieder alle drei dieser E/e 922/923 und die beiden anderen wo noch nicht umgerüstet sind

    haben nun das Problem.


    Nun ich weiss wie oben bereits sehr schön Beschrieben ist die "Zerlegerei und wieder Zusammenbauerei" nicht so toll ist und ziemlich

    ein "Chnorz" ist.

    Deshalb habe ich die zwei anderen noch nicht Saniert.


    Neu für mich ist, dass die neuen roten Zahnräder ebenfalls das Problem haben.

    Gut durch das Ausfeilen der Zahnradlöcher ist der Druck auf den Kunststoff von der Achse nicht so gross und

    falls diese lose oder Zuwenig auf der Achse halten so ist ein Tropfen Sekunden-Kleber sicher eine Hilfe.


    Das sind meine Erfahrungen und Herr Schoch hat mir sehr freundlich und auch sehr Hilfsbereit geholfen und

    hat mir gesagt ich solle doch die Lok ihm senden.

    Leider war diese bereits zerlegt und ich wollte dies selber machen.

    Nun werde ich in den kommenden Wochen die noch schadhaften HAG Classic E/e 922 sanieren.


    Liebe Gruess us Gümligen


    Alex

  • Hallo allerseits


    Hier noch ein paar Ideen, wie das Problem des zerspringenden Zahnrads besser gelöst werden könnte:



    Vorne rechts ein Messingrohling, welchen ich einmal für ein noch zu realisierendes Projekt hergestellt habe.

    Links eine Lösung von Roco. Das Zahnrad hat beidseitig eine Schulter, damit neigt es weniger zum Zerspringen. Wenn man einen Kunststoff verwendet, wecher geklebt werden kann, dann sollte das Zahnrad nicht auf einen Rändel aufgepresst, sondern besser auf die partiell aufgerauhte Achse geklebt werden.

    Die beste Variante verwendet TRIX seit mehr als 50 Jahren. Das Plastikzahnrad sitzt dort auf einer Nabe (nicht aufgepresst!) mit zwei Mitnehmernocken. Das Zahnrad hat einseitig eine Schulter mit zwei Ausfräsungen, in welche die Nocken eingreifen, und das Drehmoment übertragen. Ich nehme an, das Zahnrad wird aus im Spritzgussverfahren aus Nylon hergestellt. Bei diesen Schneckenrädern , welches in den meisten TRIX-Loks Verwendung findet, habe ich noch nie ein zersprungenes Zahnrad gefunden. Wenn man das Spiel zwischen Schnecke und Zahnrad aber nicht sauber einstellt, dann können auch diese Zahnräder abgeraffelt werden.


    Freundliche Grüsse

    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Hallo Zusammen


    Nachdem ich bisher ohne Login hier im Forum mitgelesen habe (vielen Dank für die interessanten und nützlichen Beiträge), habe ich mich hier doch endlich registriert.


    Ich kann die Probleme sowohl bei der Ee 922 wie auch bei der Ee 923 bestätigen. Beide Loks waren in Reparatur (der Service hat sehr gut geklappt, da kann ich Fahrni's Erfahrung bestätigen). Ein zweites Mal waren die Loks (noch) nicht zur Reparatur, allerdings sind sie seit der Reparatur abgesehen von ein paar Testrunden in der Schachtel geblieben.


    Viele Grüsse,

    SLM-Nostalgiker

  • Ich besitze eine ordentliche Sammlung von 17 Exemplaren dieses Loktyp's und habe zufälligerweise vorgestern je eine Ee 922 und Eem 923 ausgepackt und auf die Schienen gestellt und siehe da, beide sind krank.

    Das nimmt pandemische Formen an und ich muss nun alle einem PCR-Test unterziehen. Nota bene: mindestens 1 Lok war schon nach dem Kauf direkt in der "ungeöffneten" Schachtel erkrankt. Eine Notoperation im Zentrumsspital HAG-classic half damals bestens...……….


    Spass beiseite, da braucht es eine bundesrätliches Notrecht...………...ich habe bereits Quarantäne für die Patienten verordnet.


    Echt ein Problem und ich wäre vermutlich an einer Lösung mit Messingzahnrädern interessiert.


    Grüsse Urs

  • Hallo Zäme.


    Ja und wenns so mit HAG Classic beginnt und die HAG Lok's (Urech) haben ja auch Kunststoff-Zahnräder, wie lange es da geht bis diese

    es "Chlepft" so können wir uns dann alle freuen.


    Klar Kunststoff-Zahnräder laufen um ein einiges leiser als die metallenen.

    HAG Ae 4/7 10901 Alt-HAG ex BUCO, diese schöne Lok fährt wie ein Malwerk.

    Ein Steinbrecher ist echt da leise.

    Eine solche bekam ich da der Antrieb mal ein Problem hatte zur Reparatur.

    Einige Zahnräder wo aus Metall waren sind neu aus Kunststoff.

    Das kleine Zahnrad ist Metal und das Grosse Zahnrad sitzt auf dem Kleinen Zahnrad.

    Heute sind die ja komplett aus Kunststoff.

    Die Verbindung vom kleinen Zahnrad zum Grossen Zahnrad war lose und mit etwas Sekundenkleber

    war das Problem geschichte.


    Zusück gebracht in den Laden und aufs Wechselstromgleis. da diese Lok Digitalisiert worden war

    lief diese natürlich sehr leise.


    Kunststoff hat da schon seine Vorteile gegenüber Metall, aber mit der Alterung geht der Weichmacher aus dem Material

    und so wird der Kunststoff nun brüchig und wir haben dann unsere Freude daran es wieder zu reparieren.


    Wenns die Zahnräder noch gibt heisst es Freude und falls nicht so ist Suchen angesagt bis gefunden oder Umbau auf Messing,

    doch da sind Kosten angesagt.


    Bei einem 30, 40 jährigen oder älteren Lokmodell ist das ok. Aber bei Neuware wo vielleicht 1, 2 oder halt drei Jahre hat und vielleicht nicht viel gefahren ist so ist das sehr Ärgerlich.


    Trotzdem ein tolles Hobby wo sehr viel Freude macht.


    Schöns Wucheändi und ä liebe Gruess us Gümligen


    ALex

  • Kunststoff hat da schon seine Vorteile gegenüber Metall, aber mit der Alterung geht der Weichmacher aus dem Material

    und so wird der Kunststoff nun brüchig und wir haben dann unsere Freude daran es wieder zu reparieren.

    Im Kunststoff sind sehr selten Weichmacher und ganz sicher nicht in Zahnräder.

    Die meisten Kunststoffe sind von Natur aus "weich" mit Weichmacher werden sie nur "Flexibilisiert".

    Kunststoff kann nach einer gewissen Zeit spröde werden durch:

    -Chemische Beschädigungen wie Lössungsmittel(Angriffe)

    -Materialinterne Spannungen (Spannungsrissanfälligkeit gibt es bei PC (Zahnrad, Plexiglas, etc.)

  • Ja und wenns so mit HAG Classic beginnt und die HAG Lok's (Urech) haben ja auch Kunststoff-Zahnräder, wie lange es da geht bis diese

    es "Chlepft" so können wir uns dann alle freuen.


    Achtung, auch die HAG Loks aus Mörschwil haben Kunststoff Zahnrädern erhalten.


    Bislang weder bei HAG Loks aus alter noch neuerer Fertigung Probleme mit den Zahnrädern gehabt. (ausgenommen die Eem 923, ist aber HAG Classic)

  • Ich hatte leider noch keine Zeit mich im Detail mit einer Lösung auseinanderzusetzen. Die Auslastung im Büro lässt das aktuell schlicht nicht zu.


    Generell sind Kunststoffzahnräder kein Problem. Roco beweisst das auch sehr eindrücklich. Es muss einfach sehr sauber gearbeitet werden und der Kunststoff muss für die Anwendung passen. Ein klassischer Fehler ist z.B. die leichtfertige Verwendung von Polyamid. Bedingt durch den Aufbau (polare Amidgruppen) neigt dieser Kunststoff mit der Zeit zur Aufnahme von Feuchtigkeit und kann erheblich Quellen. Durch die Kerbwirkung des Zahnfusses kommt es dann schnell zum Bruch. Dem kann einerseits konstruktiv abgeholfen werden (Zahngrundfreistellung mit Radius zur Verminderung der Kerbwirkung, Entlastungsfreistellung nach der Presspassung wie bei Roco, etc.) oder es wird ein grundsätzlich noch besser geeigneter Werkstoff PA mit Glaskugelverstärkung, POM oder gar PEEK verwendet.

  • lexu , Svra , sbb_bls_rm  

    Gerade wenn man den Eingangsbeitrag von Olympioniker liest, merkt man rasch, dass es primär nicht am Kunststoffzahnrad liegt sondern in 1. Linie ein Konstruktionsfehler ist. Daher empfehle ich den 1. Beitrag aufmerksam zu lesen, dieser ist im Bezug auf die Probleme mit der Lok sehr interessant.

  • Ich habe auch wieder einmal Fahrversuche gemacht mit meiner Eem923. Alles i. O. (Holz aalange...).

    Anschliessend habe ich mir einmal das Siel der Achsen angesehen. Beide Achsen haben ca. 0.5mm Seitwärtsspiel. M. E. nicht ganz ideal wegen dem schmalen Zahnrad, aber tolerierbar. Beide Achsen kann man radial, in senkrechter Richtung, leicht kippen, ich schätze etwa +/-1°. Dieses Spiel wurde fast sicher absichtlich hineinkonstruiert, um die dauernde Stromabnahme über alle vier Räder zu verbessern (ich habe eine Gleichstromlok).


    Freundliche Grüsse

    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

    Einmal editiert, zuletzt von Richard ()

  • lehcim

    keine Angst, ich habe schon gesehen, dass es hier um einen Konstruktionsfehler handeln wird.


    Wollte Alex nur darauf hinweisen, dass auch ältere HAG Loks Kunststoffzahnräder haben. Hatte bei seinem Post das Gefühl er gehe davon aus, dass HAG Mörschwil ausschliesslich Metall verbauen hat.

  • HAG Mörschwil hatte früher beim 68er Motor nur Metall-Zahnräder verbaut so viel ich Weiss.

    Im Lauf der Jahren wurde auf ein kleines Zahnrad wo aus Metall ist ein Weisses Kunststoffiges Zahnrad dazu gepresst.

    Diese sind bis auf seltene Fälle eigentlich unproblematisch.


    Bei einer RM Re 4/4 III war so ein Kunststoff-Zahnrad gespalten was mich sehr verwundert hat.

    Gut Ersatz ist super einfach zu bekommen und der kleine Schaden war schnell behoben.


    Noch was wegem Weichmacher in dem Kunststoff.


    Da es verschiedene Kunststoffe gibt z.B. Duroplast und dieser ist sehr hart.

    Dann gibt's Kunststoff der weich ist und sehr biegbar.


    Bei den ex DDR Triebwagen hätte ich die Zurüstteile anbringen können, habe es aber nicht getan.

    Warum? Das herausbrechen der Teile war schwierig und die Teile zerbrachen ohne grosse Krafteinwirkung sofort.

    Vom Alter her Brüchig geworden.


    Von meiner Lehre her als Automonteur (Neudeutsch Automobilfachmann) hatten wir auch einiges über die Verschiedenen

    Kunststoff-Arten gelernt.


    Wie auch immer..... . Bei Zahnrad-Bruch solange es Ersatz gibt so ist's ja in Ordnung.

    Sollte dies nicht der Fall sein so ist Messing sofern diese hergestellt werden können zu einem zahlbaren Preis

    ja auch in Ordnung. Der Aufwand bis man Jemanden gefunden hat das ist mühsam.


    Vielen Dank für die tollen und sehr interessanten Infos die hier immer wieder zu Lesen sind.


    Grüsse an Alle und ä liebe Gruess us Gümligen


    Alex