Radschleifer: Strom nur in Kurve (gelöst - Drossel defekt)

  • Grüezi Forum,


    Vorab: ich habe erstmals eine HAG-Lok gekauft und kenne deren Innenleben nicht.


    Die neue Re460 lief keine 5 Stunden und zeigt nun eine Störung: der Motor dreht nur dann, wenn das Motor-Drehgestell in eine bestimmte Richtung ausgelenkt ist. Dies ist auch dann zu beobachten, wenn ich die Masse direkt an die Befestigungsschaube der Radschleifer anlege und das Motor-Drehgestell von Hand bewege. Die Lok ist brandneu (3 Jahre in OVP gelegen), die Kabel sehen sauber aus, Licht & Ton funktionieren einwandfrei.

    Kurzschlüsse habe ich keine erlebt. Das Verhalten deutet für mich auf ein defektes Kabel der Radschleifer hin (aber eben: ich habe keinerlei Erfahrung mit HAG oder Radschleifern).


    Ist dieses Verhalten bekannt? Spontan würde ich Masse vom zweiten Drehgestell zuführen und das Original-Kabel lassen wo es ist. Ist das vernünftig oder gilt es Besonderheiten zu beachten?


    Danke für alle Hinweise.

  • Hallo


    Vielleicht noch als Klarstellungshilfe: Was für eine Re 460 ist es ganz genau? (Also Bestellnummer, Design, WS oder GL usw.) Heisst "3 Jahre in OVP gelegen", dass es sich um ein Modell mit Produktionsjahr von etwa 2017 handelt?


    Zur Erklärung: Es gibt HAG-Loks mit Baujahren zwischen ca. 1954 und 2012, die von einer anderen HAG-Firma produziert wurden als Ware aus den Jahren von ca. 2013 bis 2020. Bei ersteren ist die Fehlersuche meist relativ einfach, bei der zweitgenannten ist alles (Un)Mögliche denkbar... ;)

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Hmmm... - also eben ein Modell von "New HAG" aus Stansstad. :/ Deine Diagnose und dein Problemlösungsvorschlag tönen für mich plausibel, aber es stellt sich dennoch die Frage, ob du dich nicht trotz vermutlich abgelaufener Garantie/Gewährleistung zuerst an deinen Händler (zwecks Einsendung an den Hersteller) wenden willst. Denn so etwas sollte nach kaum fünf Betriebsstunden bei einem "Qualitätsmodell" wirklich nicht vorkommen. :(

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Hallo Christian


    Ich besitze nur noch eine Wechselstromlokomotive, alle anderen habe ich auf Gleichstrom umgebaut oder es wurde ein Chassistausch (meist) mit anderen Forumisten möglich.

    Bei meiner WS-Lok geschieht die Stomabnahme vorwiegend über das Laufdrehgestell. Mittelleiter via Schleifer, Aussenleiter via die beidseitigen Räder, Achsen und Achsbuchsen aufs Chassis. Beim Antriebsdrehgestell "steht" die Lok ja auf den vier Gummiringen, da gibt es (noch) keine Radschleifer, welche nun offensichtlich immer öfter zu, nicht erklärbaren, Problemen führen. Radschleiferprobleme bei Loks aus Zentralschweizerproduktion sind ein Thema, welches schön regelmaässig immer wieder im einen oder anderen der verschiedenen Foren diskutiert wird.:(

    Ich schliesse mich da dem Vorschlag von Stefan an: Bring die Lok zum Fachhändler. Er soll sie zwecks (Kulanz-)Reparatur bzw. Kostenvoranschlag dem Hersteller schicken.


    Freundliche Grüsse

    Richard

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Hallo Christian


    Eine direkte Masseanbindung an den Motor ist nicht zu empfehlen, da du damit den Decoder zerstörst. Der Motor sollte gegenüber der Schiene immer Potentialfrei sein, sprich die beiden Schienenkontakte (NMRA Farbe: schwarz/rot) gehen zum Decoder und der Motor wird durch den Decodermotorausgang angesteuert (NMRA Farbe: orange/grau). Ich könnte mir vorstellen, dass an diesen beiden Kabeln eine kalte Lötstelle vorhanden ist oder die Schrauben der Halterungen am Motor nicht sauber angezogen sind. Ein Bild würde da evtl. für die Fehlersuche helfen.

  • Wurde nicht hier schon ein paar mal beschrieben, dass bei der Re 460 mit neuer Beleuchtung unter Umständen der Print den Motor touchieren kann? Das wäre dann wohl eher ein Kurzschluss als ein Wackelkontakt, aber das Resultat dürfte ähnlich sein (Motor läuft nicht).


    Grüsse
    Rufer

  • Ich würde mal die beiden Drosseln am Motorblock kontrollieren. Ich hatte kürzlich ein ähnliches Problem, schlussendlich war es eine defekte Drossel am Motor. Die Drossel, welche am Motor befestigt ist, war gebrochen, und zwar fast nicht sichtbar. Je nach Ausrichtung des Motorblocks gab es Kontakt oder nicht.


    LG Ruedi

  • Grüezi miteinander,


    Besten Dank für Eure Überlegungen und Einwendungen, das hilft weiter.

    Zwischenbericht:

    Geprüft habe ich

    - Schrauben am Motor: sind korrekt angezogen

    - Berührungen der Printplatte: der Bodenprint ist bei diesem Modell recht klein und berührt den Motor nicht


    Licht & Ton laufen einwandfrei, jederzeit.


    lehcim hat recht, keine Masse direkt an den Motor; da habe ich falsch überlegt. Wir haben hier drei Kabel am Motorblock, die in einen Stecker laufen. Zwei vom Motor zum Decoder und eines von den Radschleifern zum Decoder.

    Dass die Masse von den Schleifern unterbrochen sein könnte habe ich einfach mal angenommen - es ist das einzige, das nicht vollständig überprüft werden kann (Bild unten). Ein wenig irritierend finde ich, dass andere Bilder im Netz (zB von HAG selber) den Motorstecker mit vier Kabeln zeigen. Ich habe nur drei; einen Schaltplan zum Prüfen finde ich nirgends.


    Ich werde noch die Widerstände im Bereich Lötstellen -> Steckverbindung prüfen, vielleicht gibt das noch etwas her.



    Liebe Grüsse

    Christian





  • - Berührungen der Printplatte: der Bodenprint ist bei diesem Modell recht klein und berührt den Motor nicht

    Gemeint war nach meiner Erinnerung ein Kontakt zwischen dem unter dem Dach angebrachten Print und dem Motor.

    Mit Forumistengruss, Stefan

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    "Die HAG Jünger sind auf dem gleichen Niveau wie die Märklin Fundamentalisten angelangt, für alles wird die passende Ausrede und Erklärung gesucht warum gerade jetzt wieder ein Fehler entschuldbar ist."

    (Heutiger "HAG-Apostel" am 25.12.2013.)

  • Es ist die rechte Drossel. Wenn ich sie überbrücke geht der Motor

    Dass solche Drosseln, einfach so, durch Unterbruch ausfallen können, ist auch neu für mich. Bis jetzt kannte ich nur Ausfälle durch mechanische Überanspruchung. Und wenn dann offenbar auch noch mehrere ähnliche Fälle aufgetreten sind, wäre ich früher als QS-Mensch schon einmal misstrauisch geworden.

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.

  • Wenn die mechanische Beanspruchung wirklich so gross ist, wären wahrscheinlich Risse in der Vergussmasse bei den Drahtanschlüssen zu sehen (ev. Lupe notwendig). Die Hosen der Vergussmasse verleihen zwar keine sehr hohe Stabilität, dass es da zu grosser mechanischer Belstung kommt, scheint mir eher unwahrscheinlich. Die Biegebeanspruchung während der Auslenkung sollte m. E. durch die Litzendrähte voll abgefangen werden, vor allem, wenn wie auf dem Foto zu sehen, noch eine Schlaufe vorhanden ist.

    Bei meinen Beiträgen im Forum wende ich grundsätzlich die Enten-Taktik an. Über der Wasseroberfläche: Aufmerksam beobachten, kühlen Kopf und Ruhe bewahren. Unter der Wasseroberfläche: Kräftig treten. Wenn's brenzlig wird: Blitzschnell abtauchen.