Piko Neuheit 2021: Ae 6/6

  • SBB EW IV : Das hängt von den Prioritäten ab (den klb-Wagen kenne ich nicht). Eine schöne Nachbildung des Unterbodens bringt meines Erachtens aus den meisten Perspektiven verhältnismässig wenig und ist damit für mich eher "nur" ein Detail (auch wenn ich einen LS Models-Wagen einem Roco-Pendant klar bevorzuge), aber: Solange viel besser sichtbare Bereiche wie die Wagenübergänge (Stichwort Zugschluss) komplett falsch sind, oder die Fenster nicht epochengerecht bedruckt (wie bei den grünen Wagen) bringen mir auch solche Gimmicks nichts. Das sind für mich nicht Details, sondern wesentliche Merkmale, die sich - im Gegensatz zu einem Wagenboden, den man auch selber relativ einfach supern kann - auch nicht ohne grossen Aufwand verbessern lassen. Dazu sieht man sie aus fast allen Blickwinkeln.
    Dazu frage ich mich, wieso man sich bei Steuerventil, Lösezug und Konsorte solche Mühe gibt, aber dabei eine Innenenrichtung Stand 1980 einbauen kann, zumal bei dem Preis und "Made in China".

    Im Bezug auf die Ae 6/6 bleibe ich also skeptisch, solange Arwico die Finger im Spiel hat. Wenn es so weitergeht, dann befürchte ich ein schön detailliertes Modell, das zumindest einen, gut sichtbaren und leicht vermeidbaren Fehler haben wird, der sich auch durch einen noch so detaillierten Unterboden nicht ausgleichen lässt.

  • Betrieblich waren die beiden Prototyp-Ae 6/6 "Ticino" und "Uri" nicht überall einsetzbar. Im Gegensatz zu den Serien-Loks hatten diese ein Gewicht von 124t statt 120t. Deshalb betrug der Achsdruck der Prototypen über 20t was z.B. dazu führte, dass diese beiden Loks die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz - das "Sitter-Viadukt" der damaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn zwischen St.Gallen Haggen und Herisau, nicht befahren durften. Deshalb bin ich gespannt darauf, ob auf den PIKO-Loks das korrekte Eigengewicht von 124t angebracht ist.

    Gruess Chlauspi

  • Das ist halt immer so eine Sache...


    Die Meinungen werden da auseinander gehen. Ich für meinen Teil möchte sie nicht erhaben - oder wenn, dann mit der von HAG damals angedachten Lösung, die Streifen aufzukleben (wie das wohl auch Hui aktuell anbietet).

    Dann sind diese minimal Dick und scharfkantig zum Lokkasten hin. Die Lösung, welche Roco umgesetzt hat und auch weiter anwendet (z.B. auch BLS Re 4/4) ist mir zu "rund" und zu dick (es wären richtiggehende Profile an den Kasten geschraubt).


    Möglicherweise haben sich aber auch die HAG/Märklin Lösung (zu) fest im Kopf als "gut" eingeprägt. Andere Bsp. wie das Wappen der 1991-Ae 6/6 von Märklin, welche besonders hochwertig gemeint, auf einer Metallplatte aufgesetzt sind, wirken deutlich zu fest aufgetragen. Mir geht es ebenso mit den HRF Beschriftungen an HAG Lokomotiven.


    Ich glaube, dass es Geschmackssache ist...


    Hier ist eine HUI-veredelte HAG-Ae 6/6 zu sehen (und zudem sehr schön fotografiert;): https://www.moba-forum.ch/inde…6/&postID=60160#post60160


    In Grossserie ist es bestimmt auch eine Herausforderung, solche Streifen dauerhaft und gut verchromt zu bekommen...

  • Tinel

    Im Punkt Wagenübergänge gebe ich Dir recht, die hätte man definitiv besser gestalten können.

    Jedoch stört mich dies im Betrieb nicht wirklich, da die Übergange im Zugverband sowieso nicht sichtbar sind.

    Auch andere, passende Scheiben wären keine Hexerei gewesen.


    Mir ging es auch nicht darum Dir zu sagen dass deine Kritisierten Punkte "Völlig fehl am Platz sind", sie sind gerechtfertigt, jedoch sollte man meiner Meinung nach schon alle Details (auch Unterboden) mit einbeziehen wenn man mit früheren Fabrikaten vergleicht.

  • Hingegen hat die CAD-Lok nicht den für die grüne Zeit der Prototypen (vor der Umlackierung) typische ältere Hauptschalter im Kasten! Der gehört meiner Meinung nach unbedingt zum gewählten Erscheinungsbild dazu. Ob die Lok den neueren Typ der Serienmaschinen noch in Grün bekam?

    Ja definitiv - hier ein Bild von 1976:


    https://flic.kr/p/TnVr7u